Tariftest: Rechtsschutzversicherungen

Optimaler Schutz in allen Rechtsfragen

Ob Blechschaden, Scheidung oder Erbstreit, eine Auseinandersetzung vor Gericht ist nie erfreulich. Wenn dann auch noch die Rechnung vom Anwalt ins Haus flattert, wird es doppelt ärgerlich. Gut beraten ist in diesem Fall, wer eine Rechtsschutzversicherung abschließt. Diese deckt weite Bereiche der Rechtswelt ab und schützt vor den meisten anfallenden Kosten. Welche Versicherung den besten Schutz bietet und welche Leistungen überhaupt nötig sind, ist nicht immer gleich erkennbar. GELDidee.de hat daher die Tarife verschiedener Rechtsschutzversicherer unter die Lupe genommen und geprüft, wo Sie am meisten für Ihr Geld bekommen.

So viel kostet* ein Rechtsstreit
infografik
*) alle genannten Kosten basieren auf verschiedenen
Fallbeispielen (Details)

Verfahrenskosten und Rechtsberatung absichern

Wenn es im Straßenverkehr kracht oder der Arbeitgeber kündigt, ist guter Rat teuer. Ob man vor Gericht Recht bekommt, oder nicht ist da schon fast Nebensache, denn Verfahrenskosten und Rechtsberatung wollen trotzdem bezahlt werden. Um gegen mögliche böse Überraschungen also gut gewappnet zu sein, empfiehlt sich für fast jeden Verbraucher eine Rechtsschutzversicherung. Das Prinzip ist simpel: Gegen eine jährliche Beitragszahlung übernimmt die Versicherung im Streitfall die Kosten für einen frei wählbaren Anwalt, Sachverständige, Zeugengelder und das Gerichtsverfahren inklusive gegebenenfalls anfallender Kosten des Gegners.

Neun Versicherer im Test

Der Umfang der Versicherung lässt sich meist individuell festlegen. Ob man nur einzelne Bereiche wie Arbeits- oder Verkehrsrecht abdecken möchte oder lieber mit einem Rundum-Sorglos-Paket auf Nummer sicher geht, kommt auf die eigenen Bedürfnisse an und bleibt jedem Versicherten selbst überlassen. Eine Selbstbeteiligung zwischen etwa 150 bis 250 Euro enthalten die meisten Angebote, durch einen Aufpreis im Jahresbeitrag lässt sich diese aber bei einigen Anbietern umgehen. Unbedingt zu beachten ist bei jedem Versicherer in der Regel eine allgemeine Sperrfrist von drei Monaten nach Abschluss des Vertrages. Erst nach dieser Zeit können die Leistungen in Anspruch genommen werden.

GELDidee.de hat die Angebote von neun Rechtsschutzversicherern unter die Lupe genommen und auf die einzelnen Leistungsbestandteile hin untersucht. Um die Ergebnisse vergleichbar zu machen, wurden nur die Rundum-Pakete der Versicherer geprüft. Alle Anbieter wurden dabei in insgesamt 36 Kategorien getestet, deren Ergebnisse Sie in unserer Übersicht im Detail nachlesen können. Ausschlaggebend war dabei nicht nur der Preis, sondern vor allem die Leistung der jeweiligen Pakete. Für jede untersuchte Leistung wurden Punkte vergeben, deren Verteilung der Legende zu entnehmen ist.

Ergebnis-Tabelle

Teilweise große Abweichungen im Leistungsspektrum

Inhaltlich umfassen die getesteten Kriterien elementare Rechtsbereiche wie Arbeits- und Strafrecht, Wohnungs- und Mietrecht, Vertragsrecht, Erbfragen, Familien- sowie Steuer- und Sozialrecht, genauso wie die Höhe der Versicherungssumme in Europa und weltweit.

Obwohl alle Versicherungen im Test ein Komplettpaket anbieten, überrascht das Ergebnis mit teilweise großen Abweichungen im Leistungsspektrum, eine Basis-Abdeckung ist aber bei jedem Anbieter gegeben. Einige Rundum-Pakete bieten ein Vielfaches der Leistung von anderen Wettbewerbern an und auch auf unserem Siegertreppchen stehen gleich vier Anbieter, die mit vielen zusätzlichen Absicherungen punkten konnten. Testsieger ist klar der PBVW + XL-Tarif von Advocard, welcher das mit Abstand umfassendste Leistungspaket bietet. Besonders überzeugen konnte vor allem das große Angebot von Zusatzleistungen im Test, da diese ohne Versicherung schnell hohe Kosten verursachen können. Der zweite und die beiden dritten Plätze bieten mit den Versicherungen "DAS Premium", "Roland Kompakt-Plus" und "Auxilia JURPRIVAT" ebenfalls ein qualitativ hochwertiges Angebot, bei welchem man allerdings in einigen Kategorien Abstriche machen muss. Im medizinischen Bereich gehört die Beratung in Patienten-, Vorsorge- und Betreuungsfragen mit weitergehender Tätigkeit nur bei fünf von neun getesteten Versicherern zum Tarifinhalt.

Advocard bietet unter anderem durch den Schadenfreiheitsrabatt mit Beitragsreduzierung sowie die Kostenübernahme für eine Studienplatzklage attraktive Leistungen, auch für Versicherte mit erwachsenen Kindern.

Ohne Rechtsschutzfall genießen nur die Versicherten der Advocard PBVW + XL und von DAS Premium einen vereinbarten Versicherungsschutz. Wer grundsätzlich auf Ausschlüsse verzichten möchte, wird neben dem Testsieger nur noch bei der Auxilia fündig. Zudem garantieren einzig die Tarife auf den Rängen 1 bis 3 eine Versicherungssumme von wenigstens 200.000 Euro außerhalb des europäischen Rechtsraumes. Wer häufig international auf Reisen ist, sollte dies also unbedingt berücksichtigen.

Ein nicht zu vernachlässigender Faktor ist auch der Preis eines Rundum-Schutzes. In diesem Punkt gibt es teilweise starke Unterschiede zwischen den Versicherungen. Unter den getesteten Angeboten mit Bestnoten kann Auxilia mit einem sehr günstigen Preis überzeugen, alle anderen lassen sich ihre ausgezeichneten Leistungen ab 300 Euro jährlich kosten. Auf den unteren Rängen bieten die günstigeren Tarife oft nur einen Teil der insgesamt möglichen Leistungen an, könnten für preisbewusste Verbraucher aber durchaus auch eine interessante Option sein. Schließlich ist ein Tarif, der alle Eventualitäten abdeckt komfortabel. Aber nicht für jeden Kunden machen alle Zusatzkonditionen Sinn. Für welche Rechtsschutzversicherung man sich entscheidet, kommt letztendlich ganz auf den eigenen Bedarf an.

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