Steuern sparen bei Schenkungen und Erbschaft

Steuern sparen bei Schenkungen und Erbschaft

In den nächsten zehn Jahren werden rund 2,2 Billionen Euro vererbt und verschenkt. Eine kluge Strategie spart Steuern. Doch wahrscheinlich wird der fiskalische Kniff nicht mehr lange funktionieren ...

Nun schon seit zehn Jahren teilen Frank Hartmann und Klaus Renner (Name von der Redaktion geändert) in Köln Tisch, Bett und manches andere miteinander. Ihre Lebenspartnerschaft funktioniert. Deshalb haben sich Hartmann und Renner auf ein gemeinsames Altwerden eingerichtet. Damit beide in der Rentenphase abgesichert sind, will der wohlhabende Hartmann seinen Freund frühzeitig an seinem Vermögen beteiligen.

Das Problem: Vermögensübertragungen – so der Fachbegriff für Erbschaften und Schenkungen – innerhalb solcher Lebenspartnerschaften werden hoch besteuert. Begünstigte gehören zur Steuerklasse III und haben einen persönlichen Freibetrag von nur 5200 Euro. Bei einer Schenkung von rund 57000 Euro zum Beispiel kassiert das Finanzamt gut 8800 Euro (siehe Kästen).

Ausweg: eine Lebensversicherung oder Rentenpolice statt Bargeld übertragen. Denn hier sind Grundlage für die Besteuerung „nur zwei Drittel der eingezahlten Beiträge oder der nachgewiesene Rückkaufswert“, erläutert Günther Soboll, Hauptbevollmächtigter des Versicherers Canada Life Europe für Deutschland. Beschenkte oder Erben dürfen eine der beiden Alternativen wählen, die für sie steuerlich günstiger ist.

Beispiel: Im Jahr 1990 war Klaus Hartmann 30 Jahre jung. Beim Versicherer Gerling schloss er damals eine Lebenspolice mit 35 Jahren Laufzeit und umgerechnet 150 Euro Monatsbeitrag ab. Die Kölner rechnen bei Vertragsende Anfang 2025 eine Ablaufleistung von rund 126000 Euro hoch. Will Hartmann so viel Geld seinem Partner schenken, kalkuliert das Finanzamt wie folgt: Die Weitergabe von Bargeld würde rund 27800 Euro Steuern kosten. Verschenkte Hartmann indes seine Police, würde sein Partner Klaus entweder nur gut 5500 Euro zahlen (aktueller Rückkaufswert zirka 37800 Euro). Oder aber lediglich 3570 Euro (zwei Drittel von 31500 Euro bis dato gezahlte Beiträge als Besteuerungsgrundlage). Klar, dass sich beide für die günstigste Variante entscheiden würden.

Erbschaft Freibetrag Steuern

Der Policen-Trick eignet sich nicht nur unter Fremden, sondern auch bei nahen Angehörigen. Dann sollten allerdings die Vermögenswerte schon deutlich größer sein, weil die persönlichen Freibeträge bei Erbschaften und Schenkungen mit dem Verwandtschaftsgrad anwachsen.

Viel Zeit lassen dürfen sich allerdings Hartmann und alle anderen, die Vermögen steuergünstig weiterreichen wollen, nicht mehr. Denn der Gesetzgeber muss spätestens bis Ende kommenden Jahres die Bewertungsansätze bei Erbschaften und Schenkungen ändern – wohl zu Ungunsten der Betroffenen. Bis dahin jedoch funktioniert weiterhin der Policen-Trick.

Text Heinz-Josef Simons
Artikel aus Heft 09/2007

Vorsorge


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