Riester- und Rürup-Rente beliebt, Aktienfonds renditestark, Rentenfonds sicher

Riester- und Rürup-Rente beliebt, Aktienfonds renditestark, Rentenfonds sicher

Riester- und Rürup-Rente sind wichtige Bausteine der privaten Altersversorgung. Doch oft reichen sie nicht aus. Gute Ergänzung sind Fonds.
Der Champagner ist kalt gestellt. Millionen von Rest-Agers (= Rentner) in Deutschland jubeln. Zur Jahresmitte gibt es eine satte Rentenerhöhung von 1,1 Prozent. Vor ein paar Monaten noch waren für die grauen und silbernen Panther mickrige 0,5 Prozent Plus vorgesehen.

Weil im Herbst kommenden Jahres wieder der Bundestag gewählt wird, rannte Bundesarbeitsminister Olaf Scholz in der Großen Koalition offene Türen ein. Der größere Schluck aus der Rentenpulle soll den geistig noch fitten Teil der Opas und Omas gewogen machen. Für wen auch immer.

Augenwischerei. Denn der Lift macht im Schnitt für jeden Rentner nur rund 10 Euro im Monat aus. Davon abgezogen wird anteilig der Krankenkassenbeitrag. Unter dem Strich bekommt ein rüstiges Rentnerehepaar dafür gerade mal eine Pizza Hawaii beim Italiener an der Ecke. Jeweils eine halbe, versteht sich.

Doch es kommt noch schlimmer. Dank diverser Reformen wird das Rentenniveau in den nächsten 30 Jahren dramatisch sinken. Vor dem Systemumbau im Jahr 2001 konnte der „Standardrentner“ noch auf 70 Prozent vom letzten Einkommen hoffen.

Wäre das so geblieben, drohte der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung auf 30 Prozent zu explodieren. Deshalb wird das Rentenniveau schrittweise auf 42 Prozent (2030) und 40,8 Prozent (2040) heruntergeschleust.

Rentendauer immer größerDas muss auch so sein, soll unser gesetzliches Rentensystem nicht kollabieren. In 30 Jahren muss jeder Beitragszahler mindestens einen Rentner versorgen. Und dies, dank des medizinischen Fortschritts, beinahe eine kleine Ewigkeit.

So lag in den alten Bundesländern die durchschnittliche Rentenbezugsdauer im Jahr 1960 noch bei 9,6 (Männer) und 10,6 Jahren (Frauen).

Zur Jahrtausendwende konnte das starke Geschlecht schon auf knapp 15 weitere Rentenzahljahre hoffen, die schwächere Fraktion auf mehr als 18 Jahre (siehe Grafik).

Seit 2001 gibt es die Riester-Rente. Diese erste staatlich geförderte Privatvorsorge soll nicht die Extras im Alter bezahlen, sondern die Versorgungslücken der gesetzlichen Rente schließen.

Ein paar Jahre später kam dann die Rürup-Rente. Diese Vorsorgeform, die durch Steuerersparnisse gefördert wird, zielt zunächst auf Selbstständige, in den nächsten Jahren dank steigender Förderung zunehmend auch auf Arbeitnehmer.

Wer mehr möchte als Schinkenstückchen und Ananasbrocken, muss auch mehr tun. Riester und später auch Rürup sollten die obligatorischen Zutaten sein, die angereichert werden etwa durch starke Aktien- und Rentenfonds. Im Folgenden erläutert GELDidee Produkte und Strategien.


Rürup als Verkaufsschlager

Lange verschmäht, mausern sich Rürup-Verträge zum Verkaufsschlager.

Es gibt R-Wörter, die weniger hässlich sind als das viel gefürchtete Wort Rezession. Etwa Riester-Rente und auch Rürup-Rente. Die kommt, nach enormen Startschwierigkeiten, allmählich in Fahrt. Abzulesen am Neugeschäft der Versicherer 2007 (siehe Grafik).

So meldet der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) knapp 318000 neue Rürup-Verträge. Ein Plus beim Neugeschäft gegenüber 2006 von mehr als 80 Prozent. Zum Jahresende 2007 hatten die Assekuranzen rund 600000 Rürup-Policen im Bestand, doppelt so viele wie zwölf Monate zuvor – aber weiterhin nur ein Bruchteil dessen, was an Riester-Policen abgesetzt wurde. Dort hockte die Versicherungswirtschaft Ende 2007 auf mehr als acht Millionen Verträgen.

Die anfängliche Zurückhaltung hat gute Gründe. Denn was der Mensch nicht versteht, das mag er nur ungern. Das gilt auch für die geneigte Zielgruppe. Ihre Größe machte in der Tat in der ersten Zeit der Rürup-Rente Probleme beim Neugeschäft.

Rürup-Rente ist erfolgreich - VerkaufsschlagerZwar kann von solcher Basisvorsorge jeder profitieren. Doch den größten Fördernutzen ziehen Selbstständige. Angestellte und Arbeitnehmer wachsen dagegen nur allmählich in den lukrativen Förderbereich hinein.

Das ist Systembedingt. Denn im Gegensatz zu Riester-Sparern erhalten Rürup-Anleger keine direkten Zuschüsse, sondern nutzen Steuervorteile. Die daraus resultierenden Ersparnisse sind bei Selbstständigen am größten.

Denn bei den abhängig Beschäftigten werden die Beiträge zur gesetzlichen und zur Rürup-Rente als Steuern sparender Vorsorgeaufwand zusammengepackt. Und je mehr ein Sparer in die gesetzliche Kasse zahlt, desto weniger steuerfreier Spielraum bleibt für Rürup-Verträge.

Doch es wird von Jahr zu Jahr besser. Denn im Zwölf-Monats-Abstand darf mehr Geld als Steuern sparender Aufwand mit dem Fiskus abgerechnet werden.

In diesem Jahr sind es bereits 66 Prozent von 20000 Euro Höchstbeitrag bei Alleinstehenden (doppelt so viel bei Eheleuten), nächstes Jahr bereits 68 Prozent und dann Jahr für Jahr zwei Prozentpunkte mehr.

Im Jahr 2025 dürfen schließlich 20000 (40000) Euro geltend gemacht werden. Entsprechend steigen die Steuerersparnisse auch für Arbeitnehmer. Das dürfte dem Neugeschäft bei Rürup-Verträgen erheblichen Auftrieb verleihen.

In puncto Garantierente, und nur darauf kommt es an, weil Überschüsse nicht garantiert sind, haben die beiden Direktversicherer Cosmos und Europa bei herkömmlichen Verträgen sowohl für Männer als auch für Frauen die Nase vorn. Als leistungsstark gelten auch die Debeka, WVG und HanseMerkur.

Positives Extra aller Basisrenten: Hinterbliebenenschutz (Risiko-Lebensversicherung) und Vorsorge bei Berufsunfähigkeit dürfen steuerwirksam integriert werden. Voraussetzung ist, dass mindestens 51 Prozent des Beitrags auf die Altersvorsorge entfallen, die restlichen 49 auf den Zusatzschutz. Dann akzeptiert das zuständige Finanzamt die gesamte Einzah-lung als abziehbaren Vorsorgeaufwand.


Riester-Rente weiterhin stark nachgefragt

Die staatlich geförderte private Altersvorsorge bleibt dank neuer Angebote auf dem Vormarsch.

Vieles von dem, was heute ist, hätte sich Walter Riester vor gut sieben Jahren nicht träumen lassen. Zum einen wird er in die Sozialannalen eingehen als Namenspatron der ersten staatlich geförderten Privatrente in Deutschland. Die nach dem Ex-Arbeitsminister benannte Altersversorgung ist aber auch zum ganz persönlichen Rentenmodell des wackeren Walters geworden.

Bei Finanzdienstleistern aller Art hält der überzeugte IG-Metaller hoch bezahlte Vorträge über sein Kind, das mittlerweile dem Flegelalter entwachsen ist. Mittlerweile haben gut acht Millionen Arbeitnehmer bei den Versicherern Riester-Verträge abgeschlossen.

Riester-Rente stark nachgefragtIm ersten Jahr lag der Bestand bei rund 400000 Policen. Rechnet man jene zwei Millionen Riester-Fonds, die überwiegend auf die beiden Marktführer Union Investment und DWS entfallen, hinzu, wurde die Schallgrenze von zehn Millionen Riester-Renten mittlerweile überschritten.

Eindrucksvoll, zugleich aber ausbaufähig. Denn um die 28 Millionen Arbeitnehmer in Deutschland haben Anspruch auf staatliche Riester-Förderung, so dass sowohl für die Versicherer als auch die Fondsgesellschaften noch ausreichend Potenzial für ein anhaltend boomendes Neugeschäft besteht.

Es gibt zwei wichtige und zugleich plausible Gründe für die große Beliebtheit. Der erste: Mehrere Male wurde die Riester-Rente von bürokratischem Ballast befreit. Das gilt vor allem für den Zulagenantrag, also die Sicherung der staatlichen Förderung.

Früher musste jedes Jahr ein neues Formular abgegeben werden, heute reicht nur noch ein einziges. Neu beantragt werden muss die Finanzspritze vom Staat nur, sofern die Riester-Eltern Nachwuchs melden und deshalb Anspruch auf Kinderzulage haben.

Wobei die staatliche Injektion, der zweite wichtige Grund für Riester, zweifellos das Argument schlechthin für den Abschluss eines entsprechenden Vertrags ist. So können sich Grund- und Kinderzulage bei einem vierköpfigen Riester-Clan schnell auf weit mehr als 500 Euro jährlich summieren.

Zu Jahresbeginn wurden beide vorläufig zum letzten Mal spürbar geliftet. Und auch der Höchstbetrag, den Riester-Vorsorger mit dem Finanzamt abrechnen dürfen, um mit ihren Beiträgen Steuern zu sparen, wurde auf 2100 Euro im Kalenderjahr angehoben. Abhängig vom Einkommen, dem Familienstand und der Kinderzahl kann die Förderquote in der Spitze 80 Prozent betragen.

Riester-Verträge gibt es mittlerweile in mehreren Varianten. Den Markt dominieren die Versicherer mit herkömmlichen und fondsgebundenen Riester-Policen. Beruhigend: Der Gesetzgeber verlangt, dass am Ende die eingezahlten Beiträge und staatlichen Zuschüsse zurückfließen. Das gibt Sparern eine gewisse Sicherheit, auch wenn es an den Kapitalmärkten kriselt.

Mit grossen Schritten auf dem Vormarsch sind Riester-Fonds, überwiegend von der genossenschaftlichen Union Investment und Deutsche-Bank-Tochter DWS. Bei dieser Riester-Variante gilt ebenfalls die Beitrags- und Zulagengarantie bei Laufzeitende.


Wohn-Riester löst Eigenheimzulage ab

Als Anfang vergangenen Jahres die Eigenheimzulage ersatzlos gestrichen wurde, fanden das vor allem junge Familien mit Kindern gar nicht amüsant. Besänftigen soll der neue „Wohn-Riester“. Ein Monstrum, das – noch – kaum jemand kapiert.

Riester-Rente stark nachgefragtSchon der amtliche Name „Eigenheimrentengesetz“ klingt nach Zungenbrecher. Rückwirkend soll das neue Gesetz nach seiner Verabschiedung ab dem 1. Januar 2008 gelten.

Neu in jedem Fall: Das mit staatlicher Hilfe Jahr für Jahr wachsende Vermögen in einer Riester-Rente darf zur Finanzierung von selbst genutztem Wohneigentum verwendet werden.

Die Idee: Ein Ruhestand ohne Miete ist gleichzusetzen mit einer respektablen Privatrente, die die Zahlungen aus der gesetzlichen Kasse prima ergänzt. Gut gedacht, doch schlecht gemacht. Denn absehbar ist, dass durch das neue Konstrukt des Wohn-Riesters so gut wie niemand durchblickt.

Die wichtigsten Eckpunkte: Jährlich dürfen maximal 2100 Euro Steuer sparend oder überwiegend durch staatliche Zulagen bestückt auf die hohe Kante gelegt werden, um die eigenen vier Wände zu finanzieren. Aber: Bei Riester-Renten gilt die „nachgelagerte Besteuerung“. Das heißt: Die Rente wird bei Auszahlung mit dem persönlichen Steuersatz belegt.


Aktienfonds: Mut zum Risiko

Eine renditestarke Ergänzung oder gute Alternative zur staatlichen Förderung.

Nicht immer stellen Riester und Rürup die beste Wahl bei der privaten Altersvorsorge dar. Denn dort ist das eingezahlte und vom Staat ergänzte Kapital zweckgebunden. Für einige Sparer aber macht es Sinn, das angesparte Kapital flexibel zu halten – etwa für Notfälle.

Bei einem Riestervertrag ist das meist nicht möglich. Steigt ein Anleger hier frühzeitig aus, muss er die staatlichen Zulagen zurückzahlen. Anders dagegen in einen Fonds: Hier kann das erwirtschaftete Kapital ohne größere Probleme schnell freigemacht werden.

Genauso müssen Selbstständige, die in einen Rürup-Vertrag einzahlen wollen, ihren Bedarf genau definieren. Denn wenn der Wunsch besteht, sich im Alter das gesamte Kapital oder zumindest einen großen Teil auszahlen zu lassen, ist das staatliche Model keine gute Wahl – denn eine Kapitalauszahlung ist hier nicht möglich.

Zudem verfügen Selbstständige oft nicht über ein sicheres Einkommen. Folge: Für sie ist es schwer, abzuschätzen, wieviel sie in den Jahren bis zum Arbeitsende in einen Vorsorgevertrag regelmäßig einzahlen können.

Daher macht es für eine ganze Reihe von Sparern Sinn, sich nicht oder nicht nur auf staatlich geförderte Modelle einzulassen. Als Alternative beziehungsweise Ergänzung bieten sich klassische Fonds an. Aber Vorsicht: Wer einen größeren Einmalbetrag oder über einen längeren Zeitraum kleine Summen in Fonds investieren will, muss einiges beachten.

„Besonders wichtig ist die richtige Mischung von verschiedenen Anlageklassen“, erklärt Günter Schober, Kapitalmarktexperte bei Comdirect Private Finance. „Wer nur auf eine Anlageklasse setzt, geht ein zu hohes Risiko ein.“ Anleger, die dagegen auf verschiedene Anlageklassen setzen, die sich weitgehend unabhängig vonneinander entwickeln, können langfristig ihre Rendite sicher steigern.

Grundlage eines Fondsdepots ist in jedem Fall der Aktienanteil. Je nach Risikoneigung des Anlegers kann er bis zu 40 Prozent des Gesamtvolumens ausmachen. Das verhältnismäßig hohe Risiko muss Langfristsparer nicht schocken, denn die Zeit arbeitet für sie.

So haben Aktienfonds, die ausschließlich auf deutsche Papiere setzen, in den letzten zehn Jahren kontinuierlich um 6,2 Prozent zugelegt. Und das, obwohl der Vergleichsindex DAX in der Baisse von 2000 bis 2003 satte 58 Prozent verloren hat.

„Kurzfristig können Aktieninvestments zwar stark schwanken“, gibt Manfred Mansfeld, Präsident des BVI Bundesverband Investment und Asset Management zu. Aber je länger der Anleger investiert ist, desto geringer sei das Verlustrisiko.

So schwankt die mittlere Rendite eines Aktienfonds nach fünf Jahren zwischen plus 33 und minus 9 Prozent, nach 30 Jahren pendelt sie aber nur noch zwischen 6 und 12 Prozent plus. Nach 25 Jahren Laufzeit liegen Aktienfonds gegenüber einem Renteninvestment in jedem Fall vorne (siehe Grafik). „Zeit schlägt Zeitpunkt“, resümiert BVI-Präsident Mansfeld.

Aktienfonds auf Dauer mit hoher RenditeAnleger, die in einen Aktienfonds investieren wollen, müssen sich vor allem für die Anlageregion entscheiden. Es gilt: Je breiter der Fonds investiert, desto geringer ist das Risiko – und die Rendite.

Zum Vergleich: Globale Aktienfonds haben in den vergangenen zwanzig Jahren eine durchschnittliche Wertsteigerung von 8,2 Prozent erzielt, während etwas risikoreichere Fonds mit dem Schwerpunkt Deutschland immerhin auf 10,2 Prozent jährlich kommen.

Bleibt die Frage: Aktiv gemanagter Fonds oder passives Produkt? Anleger, die in deutsche Fonds investieren wollen, greifen besser zum Indexprodukt. Grund: Im vergangenen Jahr haben gerade einmal drei Manager ihren Index geschlagen.

Anders dagegen bei globalen Produkten: Hier spielen Fondsmanager ihre Stärken deutlich besser aus. So legte der Vergleichsindex MSCI World im vergangenen Jahr um 9,6 Prozent zu. Immerhin 32 aktiv gemanagte Fonds weisen ein besseres Ergebnis aus. Die besten Aktienfonds haben wir in der Tabelle im nächsten Abschnitt für Sie zusammengestellt.


Rentenfonds: die Zinsjäger

Fonds mit festverzinslichen Papieren haben Konjunktur – und gehören in jedes Depot.

Sie sind der Gegenpol zu den Aktienfonds: Mit Rentenprodukten bringen Finanzprofis die nötige Risikostreuung in die Depots ihrer Kunden – eine Strategie, die auch Privatanleger beherzigen sollten.

Bei Rentenfonds investieren die Manager in festverzinsliche Wertpapiere, sogenannte Rentenpapiere. Die Wertsteigerung generieren sie neben dem Handel mit gehaltenen Papieren auch über wiederkehrende Kuponzinsen. Offensivere Manager führen zudem Absicherungsgeschäfte am Terminmarkt durch.

Der erfolgreichste Euro-Rentenfonds 2007 war der FlexBond-Vario-Invest (ISIN DE000A0ERYP2) von der Landesbank Berlin. Managerin Nicole Goedecke investiert zu mindestens 51 Prozent in fest- und variabel verzinsliche Wertpapiere sowie in Zerobonds. Der Rest fließt in Geldmarktinstrumente und Bankguthaben.

Aktieninvestments sind dagegen tabu. Mit einer Rendite von 5,6 Prozent hat Goedecke das Verfolgerfeld 2007 deutlich hinter sich gelassen.

Der Erfolg von Goedecke ist kein Einzelfall. Denn mitten in der Finanzkrise entdecken immer mehr Investoren Anleihen als sicheren Hafen. Besonders Euro-Fonds haben davon profitiert. In den vergangenen sechs Monaten legten sie im Schnitt um fast 3 Prozent zu.

Derzeit sind bei den Fondsmanagern besonders kurzfristige Anleihen gefragt. Denn obwohl der Markt derzeit auf weitere Zinssenkungen spekuliert, legten sie bislang nicht besonders zu.

Daher ist auch das Rückschlagspotenzial geringer, wenn die Zinsen doch nicht so stark wie erwartet fallen oder gar steigen. Um eine Extra-Rendite zu erzielen, mischen die Manager riskantere Anlagen wie etwa Spekulationen auf Währungsgewinne in ihre Produkte.

Rentenfonds mit guter Entwicklung

Aktien- und Rentenfonds sollten in jedem langfristig angelegten Fondsdepot zu annähernd gleichen Teilen gemischt werden. So lässt sich eine gute Renditechance mit Risikostreuung kombinieren.

Erfolgreiche Rentenfonds im Überblick

Indes klafft die Spanne zwischen guten und schlechten Fonds derzeit so weit auf wie selten. Während etwa der Starcapital Bondvalue UI von Peter Huber auf fünf Jahre erfreuliche 5,37 Prozent Rendite per annum einfahren konnte, vernichtete der Strategy Fixed Income der Schweizer UBS 3,28 Prozent des angelegten Vermögens – Jahr für Jahr seit 2003. Im Durchschnitt legten globale Fonds um blamable 0,30 Prozent per annum zu.

Anleger, die ihre Aktienfonds mit Rentenprodukten gegen Turbulenzen abfedern wollen, sollten sich beim Einkauf nicht zurückzahlten. Mindestens 30 Prozent am Gesamtdepot sollten die Zinspapiere ausmachen.

Doch egal ob Aktien- oder Rentenfonds: Anleger sollten immer so günstig wie möglich einkaufen. Gerade der Ausgabeaufschlag zehrt an der Rendite (siehe Infokasten unten). „Beim Fondskauf über die Börse sparen Anleger diese Gebühr“, erklärt Dirk Elberskirch, Vorstand der Börse Düsseldorf.

Dabei müssen Anleger bei ihrer Bank ausdrücklich den börslichen Kauf verlangen „Mittlerweile lässt sich so fast jeder zweite Fonds in Deutschland ins Depot holen“, so Elberskirch weiter.


Ausgabeaufschlag durch Fonds umgehen

Ausgabeaufschlag umgehen

Besonders der Ausgabeaufschlag ist etlichen Anlegern bei Fonds ein Dorn im Auge. Zu Recht, denn er schmälert die Rendite vom ersten Tag an. Doch die ungeliebte Gebühr läßt sich auch umgehen.

• Problem Für fast jeden aktiv gemanagten Fonds müssen Anleger bis zu 5 Prozent Ausgabeaufschlag zahlen. Folge: Die Rendite sinkt im Vergleich zu einem Fonds ohne Ausgabeaufschlag deutlich (siehe Grafik).

• Lösung Der Fondskauf über die Börse. Hier zahlen Anleger nur die Differenz zwischen Geld- und Briefkurs sowie eine Maklercourtage von 0,08 Prozent.


Anreize schaffen

Peter M. Endres ist Vorstandsvorsitzender der KarstadtQuelle Versicherungen in Fürth.

GELDidee: Sie haben kürzlich eine Studie mit dem Titel „Eigenverantwortung 2008“ veröffentlicht. Worum ging es darin?

Endres: Wir wollten genau wissen, wie die Menschen in Deutschland zu Eigenverantwortung und privater Vorsorge stehen. Und als Vorsorgeexperten wollen wir unseren Beitrag zu der breiten gesellschaftlichen Diskussion leisten.

GELDidee: Die Menschen wissen doch längst, dass sie eigenverantwortlich handeln müssen …

Endres: Das ist richtig. Zum einen aber hält sich das hartnäckige Klischee von der Vollkasko-Mentalität der Deutschen, die vom Staat eine Rundumversorgung erwarten. Dieses Klischee widerlegen wir mit der Studie. Fast 90 Prozent der Bundesbürger sind gern für ihren eigenen Lebensunterhalt verantwortlich. Zum andern, dies ist das alarmierende Ergebnis, sorgen viele Bundesbürger nur unzureichend vor. Sie wissen nicht, wie groß ihre Lücke ist.

GELDidee: Was nützt jemandem die Bereitschaft zur Eigenverantwortung, wenn ihm das Geld dafür fehlt?

Endres: In der Tat fühlen sich besonders Geringverdiener von den Ansprüchen finanziell überfordert. Das gleiche Argument nennen allerdings auch Bürger mit recht hohem Einkommen. Ein wichtiger Schritt wäre, dass jeder seine finanziellen Prioritäten prüft und überlegt, ob es nicht Ausgaben gibt, die er zugunsten der Vorsorge zurückstellen kann.

GELDidee: Müsste die Eigenverantwortung stärker vom Staat gefördert werden?

Endres: In der Studie wird immer wieder deutlich, dass den Menschen das Vertrauen in die Vorschläge der Politiker fehlt. Zugleich würden zwei Drittel der Befragten besser vorsorgen, wenn sie sicher sein könnten, dass dies keine Geldverschwendung ist. Die Politik muss Anreize für Eigenverantwortung schaffen. Und vor allem den Menschen transparentere Rahmenbedingungen bieten.



Text Heinz-Josef Simons, Akram El-Bahay
Artikel aus Heft 06/2008

Vorsorge


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