Private Altersvorsorge für eine sichere Rente

Private Altersvorsorge für eine sichere Rente

Das Thema Rentenlücke bedroht mehr Menschen als jemals zuvor. Wer bei seiner privaten Altersvorsorge verschnauft, macht einen fatalen Fehler.

Langfristig sind wir alle tot – dieses Börsen-Bonmot wird einigen Investmentgurus zugeschrieben, stammt aber in Wirklichkeit von John Maynard Keynes.

Was der Satz bedeuten soll, ist klar. Er ironisiert heiße Tipps, warme Empfehlungen und gute Ratschläge bei der Geldanlage. Etwa, dass diese oder jene Aktie – eben – langfristig ein Top-Investment sei.

Doch wie lange sollen beispielsweise Telekom-Aktionäre noch warten, die seinerzeit einen einzigen Anteilschein für rund 100 Euro gekauft haben? 30 Jahre, 100 Jahre oder noch länger?

Langfristigkeit ist ein Problem, und Langlebigkeit verursacht gemischte Gefühle. Denn unserer Langlebigkeit ist es zu verdanken, dass die gesetzliche Rentenversicherung in Deutschland ordentlich wackelt, zig Millionen Beitragszahler auf Grundlage mehr als hundert Jahre alten Umlageverfahrens immer mehr einzahlen müssen und als Dank immer weniger rausbekommen und dass es zur privaten Altersvorsorge, der von der Politikern propagierten Eigenverantwortung, keine sinnvolle Alternative gibt.

Wer Gefahr läuft, lange und immer länger zu leben, verärgert nicht nur seine Erben, sondern muss auch schauen, dass zur gesetzlichen Rente ordentlich zugebuttert wird. Das wiederum schafft nur, wer in den paar Jahrzehnten vor dem Ruhestand möglichst viel Geld, möglichst sicher und möglichst gut verzinst auf die hohe Kante legt.

Der Anteil der Senioren an der Gesamtbevölkerung wächst unaufhaltsam. Schon in 30 Jahren muss jeder schuftende Beitragszahler mindestens einen Rentner versorgen. Und dies, der Langlebigkeit aller Grauen sei Dank, beinahe eine kleine Ewigkeit.

Noch im Jahr 1960 lag in den Alten Bundesländern die durchschnittliche Rentenbezugsdauer bei 9,6 (Männer) und 10,6 (Frauen) Jahren. 40 Jahre später, zur Jahrtausendwende also, hatte das starke Geschlecht knapp 15 weitere Rentenjahre vor sich, das schwächere mehr als 18 Jahre.

Zyniker behaupten, dass ein früher Tod volkswirtschaftlich gesehen sehr gesund sei. Medizinischer Fortschritt und individueller Lebenswille scheren sich indes nicht um das Gemeinwohl. Im Jahr 2001 endlich näherte sich die Politik der Notbremse.

Damals wurde das Rentensystem in Deutschland erkennbar umgebaut. Das Versorgungsniveau, gespeist aus der gesetzlichen Kasse, wird zur Jahrtausendmitte dramatisch sinken. Mit der Riester-Rente wurde zum ersten Mal die ergänzende und deshalb private Altersvorsorge institutionalisiert.

Hinzu kam ein paar Jahre später die Rürup-Rente. In Kombination mit der betrieblichen Altersvorsorge sowie dem ungeförderten Vermögensaufbau, der ebenfalls auskömmlichen Finanzen im Alter dient, haben die Menschen zwischen Spreewald und Saarlouis mittlerweile ein recht ordentliches Vorsorgepaket zur Auswahl.

Drei Produktgattungen, nämlich die Riester-, Rürup- und die Firmenrente, mit weitreichender staatlicher Förderung, direkten Zuschüssen und/oder Steuerersparnissen während des Vermögensaufbaus. Die vierte Variante, herkömmliche private Rentenpolicen, mit steuerlichen Vorteilen in der sogenannten Verzehrphase.

Die höchsten Renten für Männer

Ein 35-Jähriger zahlt 30 Jahre lang 75 Euro Monatsbeitrag in eine Rentenpolice. Die Garantiezeit beträgt fünf Jahre.

Garantierte Rente Männer

Die höchsten Renten für Frauen

Eine 30-Jährige zahlt 30 Jahre ebenfalls 75 Euro Monatsbeitrag. Auch hier ist die Rente fünf Jahre garantiert.

Garantierte Rente Frauen


Riester-Rente erfolgreich

Der Start im Jahr 2002 war viel versprechend. Denn bis Silvester wurden knapp 3,4 Millionen Sparverträge abgeschlossen. Mittlerweile liegt der RiesterBestand bei deutlich mehr als zehn Millionen Verträgen.

Sparbuch, Lebensversicherung, Bausparvertrag - Sparer in DeutschlandMit Abstand an der Spitze liegen herkömmliche Riester-Versicherungen. Gleichwohl holen die Riester-Fonds, die vor allem von der genossenschaftlichen Union Investment und der Deutsche-Bank-Tochter DWS in die Vertriebsregale geschoben werden, mit großen Schritten auf.

Zumal vor ein paar Jahren der Zulassungsantrag deutlich vereinfacht wurde. Es reicht ein Papier, einmal bei der staatlichen Zulagenstelle eingereicht. Und das bis in alle Ewigkeit. Falls nicht Nachwuchs auf die Welt kommt. Dann liegt ein neuer Antrag im Interesse des Riester-Sparers, weil es für’s Baby ebenfalls Geld aus der staatlichen Gemeinschaftskasse gibt.

Diese Förderung ist wohl der größte Pluspunkt einer jeden Riester-Rente. Zum 1. Januar 2008 wurde die Alimentation, vorläufig zum letzten Mal, auf 154 Euro jährlich Grundzulage geliftet. Pro Sprössling gibt’s 185 Euro im Jahr. Daneben einen Extrabonus für Neugeborene von 300 Euro und eine einmalige Zahlung für Auszubildende.

Wem – speziell als Besserverdienender – dies noch nicht reicht, kann zudem von Steuerersparnissen profitieren. Das Finanzamt rechnet automatisch, bei welcher Fördervariante mehr rausspringt.

Fleissige Riester-Sparer freuen sich auf lebenslang garantierte Renten und möglicherweise ein paar Zehner Überschüsse obendrauf, deren Höhe vom Anlagegeschick des Versicherers abhängt. Zum Glück sind bei Riester-Angeboten die eingezahlten Beiträge und auch die geflossenen staatlichen Zuschüsse sicher.

Kleines Manko, aber systembedingt nicht zu verhindern: Riester-Renten müssen in voller Höhe versteuert werden. Somit holt der Staat sich einen Teil der Förderung später wieder zurück.

Unter dem Strich muss das aber kein Nachteil sein, weil Ruheständler in der Regel eine deutlich geringere steuerliche Belastung haben als Erwerbstätige. Und zurücklehnen können sie sich auch, weil die Riester-Rente bis ans Lebensende gezahlt wird. Sogar, wenn jemand so alt wird wie Jopi Heesters.

Rürupen kann jeder – ob Arbeiter, Angestellter oder Selbstständiger. Doch nicht bei jedem wirkt die staatliche Finanzspritze (= Steuerersparnis) gleich stark. Zu den Profi teuren zählen hauptsächlich Selbstständige und Freiberufler.

Zwar akzeptiert das Finanzamt die Rürup-Beiträge prinzipiell als Altersvorsorgeaufwand. Doch bei Arbeitnehmern werden die Rürup-Beiträge mit denen zur gesetzlichen Rentenkasse in einen Topf geworden.

Da Selbstständige in der Regel keinen Cent in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen, ist bei ihnen der Steuerspareffektaus den Rürup-Beiträgen größer. Im laufenden Jahr darf jeder bis zu 13200 Euro Steuern sparend abrechnen.

In den kommenden Jahren wird dieser Maximalbetrag um jeweils 400 Euro aufgestockt, bis am Ende die Fahnenstange 20000 Euro erreicht wird. Auf Grundlage der nachgelagerten Besteuerung steigt der steuerpflichtige Anteil der gesetzlichen und der Rürup-Rente bis zum Jahr 2040 auf 100 Prozent.

Positiv obendrein: In der Spitze 49 Prozent des Rürup-Beitrags dürfen für eine ergänzende Vorsorge, also für Berufsunfähigkeits- und Risikoschutz, verwendet werden. Die Steuervorteile bleiben dann erhalten. Momentan dominieren das Geschäft mit der Rürup-Rente die Lebensversicherer.

Mittlerweile dürfen Fondsgesellschaften zwar auch eigene Produkte anbieten. Jedoch sind die DEKA und die DWS bisher noch die beiden einzigen Gesellschaften, die ihren Kunden eine Rürup-Rente auf Fondsbasis anbieten. Auch diese Vorsorgevariante ist Sparers Wette auf ein langes Leben.

Herkömmliche Rentenpolicen kommen als zusätzliche Vorsorge für alle infrage, die bereits Riester und/oder Rürup haben und deshalb die staatliche Förderung bis zum Anschlag ausnutzen. Denn für die traditionellen Rentenversicherungen gibt es während des Vermögensaufbaus keinen Cent staatliche Förderung.

Dafür haben sie erhebliche Vorteile später in der Verzehrphase. Die Zahlungen werden nur mit dem sogenannten Ertragsanteil besteuert. Das ist ein bestimmter fester Prozentsatz der Jahresrente, dessen Höhe abhängt vom Rentenbeginnalter.

Faustformel: Je später die privaten Zahlungen fließen, desto geringer ist der steuerliche Ertragsanteil. Und umso mehr Spielraum hat der kluge Rentier, auch seine weiteren Einnahmen möglichst steerschonend zu genießen.

Doch wie können die Assekuranzen bei ihren privaten Rentenpolicen vorhandene Marktanteile behaupten – neben dem Boomprodukt Riester und dem stark Boden gut machenden Rürup?

Indem sie ihre Angebote runderneuern – was im Übrigen schon längst passiert und längst nicht beendet ist. Etwa mit Beitrags- und Höchststandsgarantien, mit unregelmäßigen Einzahlungen und Entnahmen, mit Ablauf- und individuellem Investmentmanagement.

Die wichtigsten Ziele dabei: den Policensparern eine möglichst hohe Rendite bei passabler Sicherheit und maximalem Handlungsspielraum zu bieten.




Text Heinz-Josef Simons
Artikel aus Heft 09/2008

Vorsorge


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