Lebenslang weniger Rente

Lebenslang weniger Rente

Vom Ruhestand vor 65 Jahre können viele Deutsche nur träumen, weil sie lebenslang mit einer geringeren Rente als regulär auskommen müssen.

Mit dem Wunsch nach Freiheit und Freizeit hat die Entscheidung für den frühzeitigen Ruhestand meistens wenig zu tun. Mangelnde Chancen am Arbeitsmarkt scheinen vielmehr die Beweggründe für eine Rente mit 63 Jahren zu sein.

Der Soziologe Jonas Radl, Uni Berlin, ist der Frage nach den Motiven für den Übergang in den Ruhestand nachgegangen. Ein Ergebnis: „Gutverdiener, die im späten Erwerbsalter noch beschäftigt sind, schieben den Renteneintritt tendenziell auf“, so Radl.

Dafür gibt es zwei Gründe: Zum einen sind Bessergestellte meist mit ihrer Tätigkeit zufrieden. Zum anderen fürchten sie als Ruheständler um ihr gesellschaftliches Ansehen. Prinzipiell gilt: Wenn Männer bis zum Rentenbeginn beschäftigt sind, haben sie ein niedrigeres Frühverrentungsrisiko als nach vorheriger Arbeitslosigkeit.

Frühzeitig in Rente gehenDabei können es sich fast nur Gutverdiener mit einem lückenlosen Lebenslauf leisten, schon mit 63 Jahren auszuscheiden. Jeder Monat vorgezogenen Rentenbeginns kostet 0,3 Prozent Abschlag – jedes Jahr also 3,6 Prozent. „Wer also zwei Jahre vor dem Regelalter in Rente geht, erhält 7,2 Prozent weniger Leistungen“, erklärt Experte Karl-Heinz Krauß von der Deutschen Rentenversicherung Bayern Süd in München.

Der Abschlag wirkt lebenslang, nicht etwa, wie viele Versicherte meinen, nur bis zum reglulären Rentenalter von 65 Jahren. Wer will, kann jedoch die Kürzung durch eine zusätzliche Zahlung von Beiträgen ganz oder teilweise ausgleichen. Kostenlos beraten dazu die Geschäftsstellen der Deutschen Rentenversicherung.

Wer frühzeitig in Rente gehen will, sollte sich frühzeitig informieren. Der Rentenantrag sollte möglichst schon drei Monate vor dem gewünschten Eintrittstermin gestellt werden.


Wichtige Details

Wer vor 1949 geboren wurde, genießt regulär noch ab Vollendung des 65. Lebensjahres den wohlverdienten Ruhestand. Zwischen 1949 und 1963 Geborene gehen schon später in Rente, können aber noch mit 63 Jahren ausscheiden – und zwar mit einem Abschlag von bis zu 14,4 Prozent.

Voraussetzung: Diese Altersrente für langjährig Versicherte gibt es nur für Arbeitnehmer, die 35 Jahre rentenversichert waren.


Rente

wegen Arbeitslosigkeit erhalten Versicherte, die vor 1952 geboren wurden und eine Versicherungszeit von mindestens 15 Jahren vorweisen, bei Rentenbeginn arbeitslos sind und nach Vollendung des 58 Lebensjahres und sechs Monaten schon insgesamt 52 Wochen arbeitslos waren. Zudem müssen sie innerhalb der letzten zehn Jahre acht Jahre lang Pflichtbeiträge gezahlt haben.

Ab wann genau der Versicherte in den Ruhestand gehen darf, hängt von seinem Geburtstag ab. Das Zugangsalter wurde schrittweise erhöht. Die Mindestaltersgrenze für diese Altersrente steigt seit 2006 für Versicherte, die zwischen 1946 und 1948 geboren sind, in Monatsschritten auf 63 Jahre.


Nebenjob

Frührentner dürfen hinzuverdienen, jedoch nur in Grenzen. Das gilt bis sie die Regelaltersgrenze von 65 Jahren erreicht haben. Als Hinzuverdienst sind monatliches Bruttoeinkommen oder steuerlicher Gewinn aus selbstständiger Tätigkeit definiert.

Wer eine Rente in voller Höhe erhält, kann 2008 monatlich 400 Euro dazuverdienen (bisher 350 Euro). Wichtig ist es, der Rentenversicherung jeden Euro zu melden. Wer nur eine Teilrente erhält, lässt sich individuell ausrechnen, wie viel er hinzuverdienen darf.

Die Höhe hängt davon ab, wie viel der Rentner in den letzten drei Kalenderjahren verdient hat und wo er wohnt. Zweimal im Jahr darf die Grenze überschritten werden – bis zum doppelten Wert. So darf der Chef etwa Weihnachts- und Urlaubsgeld bezahlen.


Wie viel Rente Sie bekommen

Wer frühzeitig in den Ruhestand geht, muss mit Abschlägen rechnen. Versicherte, die 2007 als langjährig Versicherte oder wegen Arbeitslosigkeit Altersrente bezogen, erhielten im Schnitt monatlich in dieser Höhe eine Rentenzahlung.

Wie viel Rente Sie bekommen




Text Eva-Maria Neuthinger
Artikel aus Heft 06/2008

Vorsorge


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