Geringere Abgaben bei Schenkungen - so funktioniert's

Geringere Abgaben bei Schenkungen - Lebensversicherung

Anders als bei Immobilien sind Anleger nicht unter Zeitdruck, wenn es um die Weitergabe ihrer Ersparnisse geht.

Kein Grund zur Hektik. Anders als Immobilienbesitzer stehen Anleger bei der Weitergabe ihrer „Schätze“ an Angehörige nicht unter Zeitdruck. Neuregelungen für Schenkungen von Geld oder Wertpapieren sind derzeit vom Gesetzgeber nicht geplant. Dennoch: Unbekümmert zurücklehnen sollten sich vermögendende Anleger trotzdem nicht. Denn gerade bei Finanzgeschenken hält der Fiskus gern die Tasche auf. Wer Geld zu verschenken hat, muss umsichtig planen,um langfristig seine Erbfolge steuerlich optimal gestalten. Schließlich lassen sich die Freibeträge im Zehn-Jahres-Rhythmus neu ausschöpfen. Und auch bei Geldschenkungen bieten sich Möglichkeiten zum Steuern sparen. Geldidee.de hat konkrete Tipps, damit alle Präsente vom Fiskus möglichst unangetastet bleiben.

Lebensversicherung verschenken

Frühzeitig eine Lebens- oder Rentenpolice mit Kapitalwahlrecht zu übergeben, bringt Steuervorteile. Die Versicherung kann wahlweise mit dem Rückkaufswert oder mit zwei Dritteln der eingezahlten Beiträge bewertet werden. Voraussetzung ist, dass der Vertrag schon fünf Jahre läuft. Der Begünstigte muss die Beiträge selbst weiter einzahlen. Tipp: Wenn die Freibeträge noch nicht ausgenutzt sind, können sie steuerfrei verschenkt werden.

Wertpapiere verschenken

Das Finanzamt bewertet Aktien und Fonds mit dem Kurs zum Stichtag. Wer den Markt beobachtet, profitiert von Kursschwankungen. Grundsätzlich sollte jede Schenkung vorab mit dem Glücklichen abgesprochen werden. Schließlich fließen ihm von da an Zinsen und Dividenden zu, weshalb er diese in seiner Einkommensteuererklärung später versteuern muss. Besonders bei Übertragungen auf volljährige Kinder in der Ausbildung droht eine Steuerfalle, weil das Kindergeld ab Einkünften von 7188 Euro im Jahr wegfällt.

Geld fürs Haus schenken

Mit einem besonderen Trick können Vermögende mit viel Bargeld die derzeit günstige Bewertung von Immobilien bei Schenkungen doch nutzen. Dazu wird der Betrag bewusst für den Kauf eines bestimmten Objektes überwiesen. Das Finanzamt setzt nicht den Nominalwert an, sondern geht vom noch günstigeren steuerlichen Wert des Gebäudes aus. Es wird entsprechend der Weisung des Schenkers quasi die zuerwerbende Immobilie geschenkt. Doch Vorsicht: „Die Regeln sind kompliziert, die Formalien streng. Wer unsicher ist, sollte sich von einem Experten beraten lassen“, empfiehlt Steuerberater Jörg Passau. So muss die Schenkungszusage vor Beginn der Baumaßnahme oder Unterschrift des Kaufvertrages vorliegen. Wenn angedacht ist, die linke Doppelhaushälfte zu kaufen, darf nicht die rechte erstanden werden. Wer ein Einfamilienhaus plant, kann kein Zweifamilienobjekt entstehen lassen.

Kettenschenkungen

Steuerfrei kann der Opa seinem Enkel 51 200 Euro alle zehn Jahre übergeben. Sobald der Betrag höher ist, fällt Schenkungsteuer mit einem Steuersatz von 7 Prozent oder mehr an. Angenommen der Großvater möchte seinen Enkel mit 100000 Euro glücklich machen. Dann kann er den Betrag zuerst an seine Tochter überweisen und so den hohen Freibetrag von 205000 Euro nutzen. Diese wartet einige Anstandsmonate ab und schenkt das Geld an ihren Sohn weiter. Der hohe Freibetrag kann erneut ausgeschöpft werden. Die Tochter muss aber selbst entscheiden können, ob und wann sie das Geld verschenkt. Das ist Voraussetzung dafür, dass das Finanzamt die Konstruktion akzeptiert.


Adoption

Das bietet sich etwa an, wenn das volljährige Patenkind steuerfrei vom Reichtum des Onkels profitieren soll. Das Kind kann trotzdem von seinen Eltern viel erben, weil dieses Verwandtschaftsverhältnis sich nicht ändert.


Güterstandschaukel

Für Paare, die in der Zugewinngemeinschaft leben, kann es sich anbieten, kurzfristig zur Gütertrennung zu wechseln. Dann gleicht der vermögende Partner den Zugewinnausgleichsanspruch an den Gatten (der Zugewinnausgleich ist schenkungsteuerfrei) aus. Das gemeinsame Vermögen wird anschließend jeweils einzeln an das Kind geschenkt. Ist der Vorgang abgeschlossen, geht es mit der Zugewinngemeinschaft weiter.




Artikel aus Heft 04/2007

Vorsorge


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