Fondsrente - Auszahlung im Alter und ihre Tücken

Fondsrente Auszahlung Rendite

Wer beinahe ein Leben lang in Fonds investiert hat, der will im Alter belohnt werden. Doch Auszahlpläne mit Kapitalverzehr haben auch ihre Tücken.

Eine beeindruckende Zahl. In den nächsten Jahren wechseln Vermögenswerte für 2 Billionen Euro über Erbschaften und Schenkungen ihre Eigentümer. Die Erben lachen, das Finanzamt freut sich. Bisweilen zu früh, denn immer mehr fidele Alte wollen ihre Goldenen Jahre in Saus und Braus genießen. Wer Fonds in seinem Depot hat, vereinbart deshalb einen Auszahlplan. Diesmal jedoch mit Kapitalverzehr. Das Vermögen wird auf den letzten Cent ausgegeben, Angehörige und Fiskus schauen in die Röhre.

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Der Fondsanleger vielleicht ebenfalls. Birgt doch ein Auszahlplan mit Kapitalverzehr einige Tücken. „Das Risiko des Fondsportfolios, also der Aktienteil, sollte nicht zu hoch sein", warnt Lutz Overlack, Geschäftsführer der Fund-Market Deutschland. Zudem müsse sich der Sparer sorgfältig überlegen, wie lange die Auszahlphase dauern soll. „Davon hängt die Portfoliostruktur maßgeblich ab", erläutert Overlack.

Deshalb ist „bei Auszahlplänen mit Kapitalverzehr aktive Beratung absolut unerlässlich", meint Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer des Finanzdienstleisters SJB FondsSkyline. So gebe es wichtige Ab-hängigkeiten, die jeder Fondsanleger kennen müsse. Jede Auszahlung verringert den Kapitalstock spürbar, flaue Aktienmärkte beschleunigen dieses Abschmelzen. Zudem werden bei niedrigen Fondspreisen für die Auszahlung vergleichsweise viele Anteile verkauft, die später fehlen könnten.

Rat vom Fondsstrategen Overlack: „Bei der Kalkulation seiner monatlichen Auszahlung sollte man die Renditeerwartungen möglichst am unteren Niveau ansiedeln. Besser nur mit 4 oder 5 Prozent Gesamtverzinsung im Jahr rechnen." Entscheidungen über Entscheidungen. Wer nachts nicht schweißgebadet aufwachen möchte aus Furcht, dass das Geld für eine gewünschte Fondsrente nicht reicht, sollte sich vorher über einige Dinge klar werden. „Welche Auszahlungsart wird gewünscht – ein fester monatlicher Euro-Betrag oder eine fixe Anzahl von Anteilen", nennt Gerd Bennewirtz ein Beispiel.

Zudem muss man sich darüber klar werden, wie viel Risiko in seinem Fondsdepot man als Privat-Rentier aushält. Aktienfonds haben längerfristig die besten Renditechancen und die größten Risiken, Renten- und Offene Immobilienfonds stehen für stetige Erträge und den eher geruhsamen Schlaf. Bennewirtz’ Kompromissvorschlag: „Man bildet einfach zwei Fondstöpfe." In dem einen steckt der Betrag, der fünf Jahre für die Auszahlung der Fondsrente reicht. Der Rest arbeitet längerfristig in renditestarken anderen Fonds. Allerdings muss für diese Strategie der Faktor Mensch stimmen.

„Ein Berater sollte sicherstellen, dass der Auszahltopf immer gut gefüllt ist", räumt Bennewirtz ein. Und auch die Fonds müssen passen. Denn bei mehr als 6000 Stück, die derzeit Privatanlegern angeboten werden, sind Tausende von lahmen Enten, aber auch einige leistungsstarke Marathonläufer dabei.

Orientierung geben die Wertentwicklung über einen längeren Zeitraum in der Vergangenheit, am besten zehn oder zwanzig Jahre, und die einschlägigen Ratings sowie Rankings bekannter Agenturen wie Morning Star, Standard&Poor's sowie Feri.




Text Ingrid Müller
Artikel aus Heft 09/2006

Vorsorge


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