Erfolgreich sparen - selbst bei geringer Sparrate

Sparen bei geringer Sparrate

Kleine Ursache, große Wirkung. Mit Disziplin, Geduld und Zinseszins-Effekt kann aus nur 50 Euro monatlicher Sparrate ein Vermögen werden.

Der Fondssparplan ist das demokratische Element der Geldanlage“, meint Gerd Bennewirtz, Geschäftsführer des Vermögensverwalters SJB FondsSkyline aus dem rheinischen Korschenbroich. „Ob mit 5000, 500 oder 50 Euro im Monat – vor dem Sparplan sind alle Investoren gleich. Gleich erfolgreich.“ Zweifellos hat nicht jeder Sparer mal eben 500 Euro im Monat übrig. Und erst recht nicht 5000 Euro. Aber regelmäßig einen halben Hunderter zurückzulegen, das klappt bei den meisten. Sogar mit kleinen Sparraten kann die Mini-Ursache eine große Wirkung haben.

Dafür brauchen Anleger dreierlei: Disziplin, Geduld und das passende Investment. Wer etwa in den vergangenen 30 Jahren über einen Fondssparplan jeden Monat 50 Euro in den Templeton Growth Fund investierte, konnte daraus gut 150000 Euro machen. „Fondssparpläne sind einfach und effizient. Deshalb gehört ihnen die Zukunft, vor allem bei der privaten Gesundheits- und Altersvorsorge“, ist Bennewirtz überzeugt.

Die Altersvorsorge nennen tatsächlich immer mehr Sparer, sobald sie nach dem Zweck der Geldanlage gefragt werden. Und allmählich geht es auch um Gesundheit und um Pflege. Wer aber nur vergleichsweise wenig Geld übrig hat, der sollte sich – einen langen Anlagehorizont vorausgesetzt – konzentrieren auf geförderte Investments und solche, die wie Aktienfonds auf Dauer die höchsten Renditen versprechen.


Vermögenswirksame Leistungen

Geld von Chef und Staat

Die Vermögenswirksamen Leistungen, kurz VL, gibt es seit Anfang der 60er Jahre.

Formalien

Ob überhaupt und, falls ja, wie viel VL Arbeitnehmer erhalten, regeln die Tarifparteien. Firmen im Osten zahlen weniger als im Westen. Die großen Branchen sind freigiebiger als andere. Eher bescheiden sind die VL im öffentlichen Dienst.
Vermögenswirksame Leistungen

Bausparen

Eine von zwei VL-Investments, die staatlich über die Arbeitnehmersparzulage gefördert wird. Diese beträgt 9 Prozent im Kalenderjahr von maximal 470 Euro Anlagebetrag. Macht umgerechnet 42,30 Euro.

Investmentfonds

VL-Sparer erhalten die höchste staatliche Förderung. Nachteil: Auch VL-Fonds unterliegen ab dem übernächsten Jahr der 25-prozentigen Abgeltungssteuer.

Vermögenswirksame Leistungen - Die besten und die schlechtesten Sieben-Jahres-Perioden

Sechs Jahre investieren, ein Jahr warten, und nach sieben Jahren den VL-Fonds auflösen. In drei von 39 Sieben-Jahres-Perioden lagen die Durchschnittsrenditen bei mehr als 20 Prozent.
Rendite vermögenswirksame Leistungen

Nur noch zwei Investmentformen sind übrig geblieben, in die VL-Sparer das Geldgeschenk vom Chef investieren können und zugleich Anspruch auf staatliche Förderung haben – Bausparen und unternehmerische Beteiligungen, in der Hauptsache Aktienfonds. „Bei der Anlage der Vermögenswirksamen Leistungen in dafür geeignete Aktienfonds ist die staatliche Zulage besonders hoch“, sagt Hans-Werner Martin von der genossenschaftlichen Union Investment. So beträgt der maximale Zuschuss für VL-Fonds 72 Euro im Kalenderjahr.

Das hat sich seit Anfang der 60er Jahre, als die VL eingeführt wurden, fast immer gelohnt (siehe Kasten). Ende März gab es in Deutschland laut Statistik der Branchenvereinigung BVI 229 VL-Fonds mit einem verwalteten Vermögen von 6,6 Milliarden Euro.


Aktienfonds-Sparpläne

Diese sind in vielen Fällen das ideale Investment – sofern der Anleger noch jung ist und deshalb einen Horizont von mehreren Jahrzehnten hat, er diszipliniert jeden Monat die Sparrate überweist und sich von den an den Aktienmärkten üblichen Schwankungen inklusive jahrelanger Abwärtstrends nicht aus dem Konzept bringen lässt. Denn „nervenaufreibendes Spekulieren auf den vermeintlich besten Einstiegszeitpunkt entfällt“, erläutert SJB-Chef Bennewirtz. Verantwortlich dafür sind zwei systembedingte Eigenheiten dieser Salamitaktik:


Zinseszins-Effekt

Zweifellos können Sparer die regelmäßigen Erträge von Fonds-Investments für den täglichen Konsum oder aber als Taschengeld für den zweiwöchigen Mallorca-Urlaub verwenden. Das wäre sicher menschlich, ist aber unklug. Denn durch die Wiederanlage von Zinsen, Dividenden und Fondsausschüttungen wird dem Vermögensaufbau gleichsam der Turbo zugeschaltet. So verdienen Zinsen wiederum Geld, die Zinseszinsen ebenfalls und die Zinseszinseszinsen auch. „Je länger das dauert, desto dynamischer das Kapitalwachstum“, sagt Union-Experte Martin.


Cost-Averaging

Dies ist ein Fachbegriff aus dem anglo-amerikanischen Börsenjargon. Die Systematik ist eigentlich recht einfach. Salopp formuliert: Der Anleger schwimmt mit seinen Planraten bewusst gegen den Strom. Professioneller: „Bei Aktienfonds-Sparplänen wirkt eine antizyklische Automatik. Bei hohen Preisen kauft man weniger Anteile, bei günstigen Preisen viele“, erläutert Bennewirtz. Dank des Cost-Averagings lassen sich selbst Katastrophenphasen wie die dreijährige Börsenbaisse kurz nach der Jahrtausendwende problemlos aussitzen.

Besonders lukrativ sind langfristige Sparpläne zugunsten von Kindern und Jugendlichen. Allein die 18 Jahre bis zur Volljährigkeit können, sofern die Eltern das Kindergeld von momentan 154 Euro monatlich investieren, aus einem Anlagebetrag von insgesamt gut 30000 Euro bei sehr guten Aktienfonds mehr als 100000 Euro machen. Und wenn der Sprössling dann Geld hat, kann er – sogar mit verminderten Monatsraten – weiter sparen.

Der Anleger kann die Raten heraufsetzen und verringern, vorübergehend den Sparprozess unterbrechen oder irgendwann ganz Schluss machen. Probleme bis hin zu erheblichen finanziellen Einbußen wie bei Kapitalversicherungen gibt es nicht.



Text Heinz-Josef Simons
Artikel aus Heft 08/2007

Vorsorge


Die gesetzliche Altersversorgung wird beim Eintritt ins Rentenalter kaum ausreichen. Machen Sie jetzt Ihre kostenlose und unverbindliche Anfrage zur Rentenversicherung.