Welche Lebensversicherung ist die richtige?

Lebensversicherung vergleichen

Manche Lebensversicherungsangebote sehen die doppelte Leistung nach einem Unfalltod vor. Das ist unsinnig und teuer.

Was Lebenspolicen angeht hat der „Bund der Versicherten“ (BdV) eine ziemlich rigorose Haltung. „Risikoschutz und Vermögensaufbau für die private Altersvorsorge sollten strikt voneinander getrennt werden“, sagt Bianca Höwe vom BdV. Für den Hinterbliebenenschutz, speziell bei jungen Familien mit Kindern, reiche eine preiswerte Risiko-Lebensversicherung völlig. Parallel dazu könne man zur Vermögensbildung sein Geld in Investmentfonds anlegen.

Wenn schon herkömmliche Kapital-Lebensversicherungen den kritischen Augen der BdV-Experten nicht standhalten, für wie unsinnig müssen die Verbraucherschützer dann erst Policentarife halten, die eine doppelte Leistung für die Hinterbliebenen nach dem Unfalltod des Versicherungsnehmers vorsehen.

Wer eine solche Police abschließt, kauft sich Risikoschutz für einen statistisch gesehen recht unwahrscheinlichen Fall. Nach Angaben der „Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin“ (baua) ereigneten sich im Jahr 2004 rund 5,36 Millionen Unfälle in Deutschland – auf den Straßen, am Arbeitsplatz, daheim in der Wohnung oder im Haus, in der Freizeit und in der Schule. Aber nur 19 458 davon endeten tödlich. Die meisten im Verkehr, zu Hause und in der Freizeit.

Angesichts dieser statistischen Werte rät BdV-Expertin Höwe dringend von Policen mit besonderen Tarifeigenschaften wie einer doppelten Leistung bei Unfalltod ab. „Weshalb sollen die Hinterbliebenen eigentlich halb so viel Geld bekommen, wenn das Familienoberhaupt aufgrund einer Krankheit verstorben ist. Grundsätzlich sollte der finanzielle Risikoschutz unabhängig von der Todesursache ausreichend hoch sein.“

Nach Einschätzung von Robert Zubcic, unabhängiger Finanzberater in Singen, „sind Lebensversicherungen mit doppelter Leistung nach Unfalltod heute nur noch selten anzutreffen.“ Doch wenn es sie gibt, werden sie trotzdem gern vermittelt. „Das lohnt sich vor allem für die Versicherer und deren Außendienstmitarbeiter, die dann eine höhere Provision nach dem Vertragsabschluss bekommen“, vermutet Bianca Höwe.

Risikoschutz - aber richtig

Versicherungen werden in der Regel nicht ge-, sondern verkauft. Aber Verbraucher sollten nicht alles kaufen, was ihnen angepriesen wird.

  • Vor allem junge Familien mit Kindern benötigen für den Fall, dass der Hauptverdiener verstirbt, eine finanzielle Absicherung
  • Ideal dazu geeignet sind preiswerte Risiko-Lebensversicherungen. Gerade bei jüngeren Versicherungsnehmern sind die Beiträge günstig
  • Die Höhe der angemessenen Versicherungssumme unterscheidet sich von Fall zu Fall. Wer sich wegen des Erwerbs von Wohneigentum verschuldet hat, sollte großzügiger sein
  • Tarifliche Extras wie eine doppelte Leistung bei Unfalltod sind zu teuer und deshalb fast immer unsinnig

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