Versicherungs-Check - welche Versicherungen wichtig sind

Versicherungs-Check

Viele Deutsche sind überversichert. Anlass genug, die eigenen Verträgen jetzt zu überprüfen. Unser Versicherungs-Check gibt dazu die wichtigsten Tipps.

Die Deutschen sind ein vorsichtiges Volk. Insgesamt zahlten sie im vergangenen Jahr 152 Milliarden Euro in die Kassen der Assekuranz. Im Schnitt gab jeder Haushalt 2932 Euro für private Versicherungen aus. Dabei ist manche Police überflüssig – wie zum Beispiel eine Reisegepäckversicherung, weil die nur zahlt, wenn die Wertsachen im Urlaub im Panzerschrank verschlossen werden. Auch eine Lebensversicherung für Singles ist fragwürdig, weil sie keine Familie absichern müssen.

Je nach Lebenslage, Beruf und Familienstand machen bestimmte Versicherungen also Sinn, andere weniger. Im optimalen Fall wird der eigene Bedarf immer wieder überprüft und anschließend der Schutz gegebenenfalls angepasst.

Doch die Realität sieht anders aus. Empirische Studien und die Erfahrung der Verbraucherzentralen belegen, dass die meisten Versicherten ihre Risiken und ihre Versorgungslücken unterschätzen oder ignorieren. Das gilt vor allem für den Todes-, Invaliditäts- und Altersrentenfall. Niemand beschäftigt sich gerne mit einem Thema, bei dem es um Krankheit, Tod und Unfälle geht. Und die, die es wissen müssten, handeln oft nicht im Interesse der Versicherten.

VERSIUCHERUNGSMAKLER: Nach Schätzungen der Verbraucherzentralen beraten zwischen 400000 und 600000 Vermittler in Deutschland Kunden und verkaufen ihnen Versicherungen. Darunter sind kompetente Fachleute, aber auch viele Vertreter, die kein ausreichendes Einkommen haben und daher gezwungen sind, eher zu verkaufen als zu beraten. Fatal dabei: Die Höhe der Provision richtet sich in der Regel nicht nach der Wichtigkeit für den Kunden, sondern nach den zu zahlenden Beiträgen. Deshalb ist eine objektive Beratung das A und O.

VERSICHERUNGSBERATER: Doch guter Rat kostet Geld, und das will nicht jeder dafür ausgeben. Dem Heer der provisionsabhängigen und -getriebenen Verkäufer stehen gerade einmal etwa 130 gerichtlich zugelassene Versicherungsberater gegenüber, die ausschließlich von Beratungsgebühren leben und Ratschläge ohne Eigeninteresse geben können. So kommt es zu der Schieflage im Verhältnis der benötigten zu den verkauften Policen.

Die Kunst für die Versicherten besteht also darin, das richtige Maß und einen günstigen Preis für die eigene Sicherheit zu finden. Dabei hilft der große Versicherungs-Check der GELDidee.

Ein Beispiel für einen unnötigen Verkaufsschlager ist die Kapitallebensversicherung. Kaum ein anderes Produkt war in der Vergangenheit der Versicherungsbranche derart erfolgreich: Knapp 100 Millionen Lebensversicherungspolicen verteilen sich derzeit auf 39 Millionen Haushalte in Deutschland. Absicherung und Vermögensaufbau werden hier miteinander vermischt. Wie hoch tatsächlich der Risikoanteil ist und wie viel zur Kapitalbildung übrig bleibt, weiß allein der Versicherer. Und was am Ende herauskommt, steht am Anfang noch nicht fest. Wolfgang Scholl, Versicherungsexperte beim Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), rät deshalb, Risikovorsorge und Kapitalbildung grundsätzlich von einander zu trennen: „Der Abschluss einer separaten Risikolebensversicherung und eines Sparplans trennt transparent die Kostenanteile und rechnet sich im Vergleich zur Kapitallebensversicherung in der Regel besser. Zur Vermögensbildung hat sich eine Lebensversicherung deshalb noch nie gelohnt“, so der Verbraucherschützer. Ohnehin halten im Durchschnitt nur etwa 20 Prozent der Anleger bis zum vereinbarten Vertragsende durch. Seit bekannt ist, dass Sparguthaben bei der Berechnung des Arbeitslosengeldes II angerechnet werden, hat der Trend sogar noch einmal einen Schub bekommen. „Mehr als 500000 Verträge dürften allein wegen des Arbeitslosengeldes II aufgelöst worden sein“, schätzt Scholl. Als Grundpfeiler für die private Vorsorge gedacht, ist das Produkt meist ein Verlustgeschäft für Kunden.

Auch bei der Absicherung für den Krankheitsfall lässt sich sparen. Wer mehr als 3900 Euro im Monat verdient, hat die Wahl und kann sich privat versichern. Das ist oft günstiger als eine Mitgliedschaft bei der gesetzlichen Krankenkasse. Der Patient zahlt hier für ein individuell geschnürtes Paket. Wer sich das allerdings mit unnötigen Extras zu voll packt, zahlt unnötig viel.

Während sich viele Familien auf der einen Seite mit Versicherungen überladen, fehlt auf der anderen Seite oft eine der wichtigsten Policen. Edda Müller, vzbv-Vorstand, mahnt: „Derzeit hat ein Drittel der Haushalte keine Privathaftpflichtversicherung.“ Dabei haftet jeder mit dem gesamten Vermögen für Schäden, die er verursacht. Genauso fehlt häufig eine Berufsunfähigkeitspolice. Nur 23 Prozent der Haushalte sind für diesen Fall gerüstet. Dabei scheidet statistisch jeder Vierte frühzeitig aus dem Beruf aus.


Kfz-Versicherung

Wer Auto fährt, muss sich und seinen Wagen versichern. Sowohl bei der obligatorischen Kfz-Haftpflicht als auch bei den Kasko- und Zusatzversicherungen lässtsich gutes Geld sparen.

Wenn es um die eigenen vier Räder geht, entscheidet der Bauch: Neu oder gebraucht, welcher Autotyp, welche Farbe, welche Ausstattung, wie viel Pferdestärken – wichtige Fragen, deren Beantwortung mehr oder weniger viel Geld kostet. Doch der Kaufpreis macht nur einen Teil der Aufwendungen für einen Wagen aus. Je nach Fahrzeugtyp, Leistungsstärke und Fahrweise können Kraftstoff, Wartung und Versicherung leicht den Anschaffungspreis vervielfachen. Besonders Fahranfänger, die sich für ein paar Tausender einen flotten Gebrauchten leisten, stellen das schnell fest. Denn sie zahlen bei den Versicherungsprämien üppige Aufschläge dafür, dass sie die Unfallstatistiken anführen. Schon die Wahl des Autotyps entscheidet darüber, ob die Versicherung 1000 Euro mehr oder weniger im Jahr kostet. Dabei haben Kfz-Halter keine Wahl, ob sie eine Kfz-Haftpflicht abschließen sollen oder nicht. Sie sind dazu verpflichtet.

KASKOSCHUTZ Während die Kfz-Haftpflicht sicherstellt, dass etwa Unfallopfer in jedem Fall Ersatz erhalten, übernimmt eine Kaskoversicherung Schäden am eigenen Fahrzeug. Kaskopolicen sind keine Pflichtversicherungen, machen bei Neuwagen allerdings Sinn. Bei älteren Fahrzeugen kann die Prämie aber auch schon mal den Restwert des Fahrzeugs übersteigen.

Entscheiden sich Autobesitzer für den Abschluss einer Kaskopolice, haben sie die Wahl zwischen Teil- und Vollkasko. Erstere zahlt für Schäden, die etwa durch Diebstahl, Glasbruch, Brand, Hagel, Sturm, Schmorbrand oder Haarwild entstehen. Die Höhe der Selbstbeteiligung entscheidet hier maßgeblich über die Versicherungsprämie. Ein Selbstbehalt von 150 Euro macht schon viel aus, mehr als 325 Euro rechnen sich allerdings in der Regel nicht.

Eine Vollkaskoversicherung ersetzt alle Schäden am eigenen Fahrzeug unabhängig davon, wer Schuld am Unfall oder der Beschädigung trägt. Auch beim Abschluss einer Vollkasko lohnt sich eine Selbstbeteiligung bis zu 500 Euro.

INSASSENUNFALLVERSICHERUNG: Diese zahlt nur bei Schäden im Zusammenhang mit dem Kraftfahrzeug. Eine Familienunfallversicherung ist hier besser: Die deckt nämlich rund um die Uhr Unfallschäden ab.

ANBIETERWECHSEL: Wer den Versicherer wechseln möchte, muss sich bis zum Ende des Versicherungsjahres – meist identisch mit dem Kalenderjahr – gedulden. Die Kündigungsfrist beträgt einen Monat, endet also zum 30. November. Bis Silvester muss der Autofahrer dann einen neuen Vertrag mit einem anderen Versicherungsunternehmen abgeschlossen haben und den Wechsel der Zulassungsstelle melden.

Von dieser Regel gibt es allerdings drei Ausnahmen: Bei einer Tarifänderung, beim Kauf eines neuen Wagens oder im Schadensfall ist ein Wechsel des Versicherers auch früher möglich. Wer aufgrund eines Schadens aussteigt, verliert allerdings den Versicherungsschutz sofort und muss bis zum Ende des Versicherungsjahres seine Beiträge bezahlen.

Rundumschutz für das Auto: Die richtige Auswahl treffen

Die Versicherungsgesellschaften empfehlen gern den Rundumschutz für Auto und Insassen.Doch bietet sich dieser nicht immer an.
Kfz-Versicherungsarten


Immobilien Versichern

Wer Immobilien baut oder kauft,geht hohe Risiken ein. Umso wichtiger, sich den individuell optimalen wie preisgünstigsten Versicherungsschutz selbst zusammenzustellen.

Feuer, Blitzschlag und Explosion, Leitungswasserschäden, Sturm und Hagel: Diese Schadensfälle deckt die Wohngebäudeversicherung ab – nach dem so genannten Bausteinprinzip. Das heißt: Der Kunde stellt sich seinen Versicherungsschutz im Paket individuell nach seinen Bedürfnissen zusammen. Das heißt auch: Jedes Risiko wird vom Versicherer einzeln kalkuliert. Entsprechend komplex ist die Prämienstruktur. Der Vergleich verschiedener Anbieter und das Anfordern mehrerer Angebote ist deshalb dringend zu empfehlen. Wenn ein Versicherer eine günstige Feuerversicherung anbietet, kann es sein, dass er an anderer Stelle kräftig zulangt oder den Schutz einschränkt. Manchmal verkauft er auch einen zusätzlichen Versicherungsschutz, der eigentlich unnötig wäre.

BEISPIEL LEITUNGSWASSER: Die Police wird oft fast obligatorisch von den Gesellschaften angeboten. Sie deckt Schäden ab, die durch undichte Rohre, Schläuche und defekte sanitäre Anlagen entstehen. Die Versicherung macht aber nur Sinn für Gebäude mit einem veralteten Wasserleitungsnetz.

BEISPIEL STURM: Fallen nach einem Sturm Kosten für Aufräumarbeiten an, sind die meist nur mit bis zu 5 Prozent der Versicherungssumme abgesichert. Das ist sehr knapp bemessen. Sind Bauschutt oder Rückstände nach einem Brand als teurer Sondermüll zu entsorgen, kann das schnell ins Geld gehen. Diesen Posten auf 10 Prozent der Versicherungssumme aufzustocken, macht also Sinn.

Der Preis für Sicherheit errechnet sich aus vielen Faktoren: Es ist zum Beispiel teurer, ein Fachwerkhaus zu versichern als ein Massiv- oder Fertighaus. Die Bauart des Daches hat ebenso Einfluss auf die Prämie wie die Art der Nutzung der Immobilie. Eine gewerbliche Nutzung ist im Vergleich zum privaten Wohnen oft teurer.

Auch die Lage der Immobilie spielt eine Rolle: Je nachdem, wo das Gebäude steht, ist die Wahrscheinlichkeit für einen Sturmschaden höher oder niedriger. Dazu kommt noch die Berechnung der Wohnfläche und der Ausstattungsmerkmale.

BAUHERRENVERSICHERUNG: Sie deckt Schäden ab, die Dritten während der Bauphase entstehen. Eine Feuer-Rohbau-Police bekommen Häuslebauer billiger, wenn sie eine Feuerversicherung abschließen, in der die Rohbauphase mitversichert ist.

GLASSCHUTZ: Eine Police dafür ist nur sinnvoll, wenn sehr viele einzelne Fenster verbaut werden. Denn jede zerbrochene Scheibe zählt als einzelner Schaden. Im Normalfall ist das Risiko aber bereits durch eine Bauleistungsversicherung abgedeckt, die bei Konstruktions- und Materialfehlern und fehlerhaften statischen Berechnungen haftet, aber auch bei Beschädigung durch Vandalismus und Unwetter.

HAUSRAT: Sie zahlt für gestohlenes oder zerstörtes Inventar und ist für Wohneigentümer und Mieter gleichermaßen sinnvoll.

GEWÄSSERSCHADEN Wichtig bei Immobilien, die mit Öl beheizt werden, ist zudem eine Gewässerschadenhaftpflicht. Denn für Schäden durch ausgelaufenes Öl kommt die Privathaftpflichtversicherung nicht auf.

Policen im Paket: Das Zuhause bestmöglich absichern

Selbst wenn ein Schaden am oder im Haus schnell zu hohen Kosten führt,müssen Mieter und Eigentümer sich nicht gegen jedes noch so kleine Risiko versichern.

Immobilien-Versicherungsarten
1) 100000 Euro für Vermögensschäden,
2) abhängig von Gebäudewertangaben,
3) pro 1000 Euro Versicherungssumme


Krankenversicherung - privat oder gesetzlich

Gesetzlich oder privat? Wer die Auswahl hat, sollte die Angebote der Privaten gut prüfen. Gesetzlich Versicherte können Zusatzpolicen abschließen.

Arbeitnehmer, die brutto weniger als 46800 Euro im Jahr verdienen, haben keine Wahl: Sie müssen sich in einer gesetzlichen Krankenkasse versichern. Die Höhe des Beitrags ist abhängig vom Bruttomonatseinkommen, die Versicherungsbeiträge werden mit der Zahlung des Gehaltes automatisch an die betreffende Krankenkasse überwiesen. Vorteile der „Gesetzlichen“: Ehepartner, die nicht arbeiten, und Kinder können mitversichert werden. Nachteile: Die Leistungen für Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen sind festgeschrieben.

Bei einer Privaten bestimmt der Versicherte hingegen individuell mit der Wahl eines Tarifs auch den Umfang des gewünschten Leistungspaketes. Aber: Jedes Familienmitglied muss einzeln versichert werden. Und: Der Rückweg in die Gesetzliche Krankenversicherung ist schwer. Wer einmal privat abgesichert ist, kann nur in Ausnahmefällen wieder zurück.

ZUSATZPOLICEN: Fast alle gesetzlich Versicherten sind von ihrer Krankenkasse in den vergangenen Monaten darüber informiert worden, dass sie sich mit einer privaten Zusatzpolice bessere Leistungen beim Zahnersatz, eine bessere Behandlung im Krankenhaus, erweiterte Unterstützung für Naturheilkunde-Anwendungen und viele weitere Extras sichern können. Die Betonung sollte bei den Angeboten auf „Extras“ liegen. Das eine oder andere Zusatzpaket kann zwar sinnvoll sein – nötig ist es aber nicht. Kassenpatienten sind auch ohne privaten Zusatz genügend versichert.

KRANKENHAUS: Eine Zusatzpolice für stationäre Behandlung hat im Fall des Falles Vorteile. Der Chefarzt kommt ans Krankenbett, und der Versicherte kann sich das Krankenhaus aussuchen, zum Beispiel weil dort ein Spezialist arbeitet. Privat Zusatzversicherte haben je nach Tarif Anspruch auf ein Einzel- oder Zweibettzimmer, manche Gesellschaften übernehmen auch die Zuzahlung von 10 Euro pro Tag, die gesetzlich Versicherte andernfalls selbst tragen müssen.

ZAHNERSATZ: Panik vor Leistungskürzung bei den Gesetzlichen ist fehl am Platze. Die Berechnung für Zuzahlungen bei Kronen, Brücken und Gebissen hat sich seit Januar 2005 zwar verändert. In der Konsequenz bedeutet das aber vor allem für Zahnärzte und die Assekuranzunternehmen mehr Papierkrieg.
Für die meisten Versicherten hat die Umstellung dagegen kaum Auswirkungen. Eine Zahnzusatzpolice lohnt sich in den wenigsten Fällen. Denn die Zusatzversicherung übernimmt zwar bis zu 30 Prozent der Kosten für Zahnersatz oder Inlays, an denen sich die Krankenkasse nicht beteiligt. Gesetzlich Krankenversicherte können ihre Zähne aber niemals komplett privat absichern. Es bleibt immer ein Eigenanteil von 10 bis 20 Prozent der Gesamtrechnung übrig.

AUSLAND: Wer in Nicht-EU-Länder fährt, sollte an eine private Auslandsreisekrankenversicherung denken. Sie wird als Jahrespolice oder für Kurzreisen bis 42 Tage angeboten. Im Versicherungsfall sollte die Gesellschaft aber über diese Frist hinaus zur Kostenübernahme bereit sein.

Gewappnet für den Ernstfall: Von den richtigen Zusatzversicherungen profitieren

Berufsunfähigkeitsschutz gehört grundsätzlich zum Pflichtprogramm.Das Einbettzimmer und Chefarztbehandlung im Krankenhaus hingegen sind Luxus.
Krankenversicherungen
1) Allg. Beitragssatz,
2) Arbeitnehmer mit einem Jahreseinkommen über 46800 Euro


Private Haftpflichtversicherung

Auf eine private Haftpflichtpolice darf keiner verzichten. Denn ein Schaden kann den privaten Ruin bedeuten.

Wer Personen verletzt oder Dinge beschädigt, muss den entstandenen Schaden bezahlen. Das können Arzt- oder Krankenhauskosten, Schmerzensgeld, Renovierungskosten, Aufräumarbeiten oder der Verdienstausfall sein. Im schlimmsten Fall kommen Kosten auf den Verursacher des Schadens zu, die für ihn den finanziellen Ruin bedeuten können. Denn erwachsene Personen haften für ihre Handlungen mit ihrem gesamten Vermögen und bis zur Pfändungsgrenze auch mit ihrem Einkommen – unter Umständen ein Leben lang. Die Privathaftpflicht ist deshalb wohl die wichtigste Police überhaupt. Denn im Ernstfall steht die Versicherung für fast alle fahrlässig verursachten Schäden gerade. Es gibt nur zwei Ausnahmen.

GEFÄLLIGKEITEN: Wer anderen auf deren Wunsch hilft, zum Beispiel beim Umzug oder bei einem Transport, haftet im Allgemeinen nicht für den Schaden. Auch die Versicherung zahlt in diesem Fall nicht.

KINDER: Zum anderen sind Kinder unter sieben Jahren laut Gesetz nicht haftbar zu machen, wenn sie etwas anstellen – auch nicht deren Eltern. Die trifft nur dann eine Schuld, wenn sie ihre Aufsichtspflicht grob verletzt haben. Das nachzuweisen, ist in der Regel aber schwierig.

TIERE: Laut Gesetz haften Tierfreunde auch für alle Personen-, Sach- und Vermögensschäden, die der kleine Liebling anrichtet. Insbesondere Hundehalter und Pferdefreunde sollten deshalb unbedingt über eine Tierhalterhaftpflicht nachdenken.

Haftpflichtpolicen: Gut geschützt gegen viele Lebensrisiken

Bei der Haftpflichtdeckungssumme gilt die Devise: Nicht kleckern, sondern klotzen.
Haftpflichversicherungen


Altersvorsorge

Wer seinen Lebensstandard im Alter halten will, muss frühzeitig privatvorsorgen. Die Versicherungen halten dazu eine ganze Palette mehr oder weniger guter Angebote vor.

Im Jahr 1990 lag das Verhältnis der Menschen im erwerbsfähigen Alter zu den Älteren ab 65 Jahren bei etwa 4,5 zu eins. Im Jahr 2030 werden bereits zwei Beitragszahler einen Rentner zu versorgen haben. Damit bei diesem Missverhältnis überhaupt noch Renten gezahlt werden, hat die rotgrüne Regierung im vergangenen Jahr im Rentenversicherungs-Nachhaltigkeitsgesetz bereits das Renten-Mindestniveau bis zum Jahr 2020 auf 46 Prozent des letzten Nettoverdienstes abgesenkt – vor Steuern. Wer das einmal für sich selbst in Bares umrechnet, kommt schnell zu dem Schluss, dass eine private Vorsorge fürs Alter dringend Not tut.

Das wissen natürlich auch die Versicherer und bieten verschiedene Möglichkeiten dafür an:

LEBENSVERSICHERUNG: Die hat allerdings enorm an Reiz verloren. Waren bis Ende 2004 Kapitalerträge bei mindestens zwölfjähriger Laufzeit steuerfrei, wenn wenigstens fünf Jahre lang Beiträge gezahlt wurden, muss bei neuen Verträgen die Hälfte des Ertrags nun versteuert werden, bei Auszahlung vor dem 60. Lebensjahr sogar der komplette Betrag. Schon vor der Gesetzesnovelle war die Kapitallebenspolice kein rentables Vorsorgepaket. Denn nach katastrophalen Börsenjahren hatten die Gesellschaften den „Höchstrechnungszins“ – im Volksmund auch Garantiezins genannt – bereits deutlich gesenkt. Der Garantiezins für Lebensversicherungen beträgt nur noch 2,75 Prozent – nicht zu verwechseln mit der tatsächlich niedrigeren Rendite am Ende der Laufzeit. Überschussbeteiligungen darüber hinaus werden sogar teilweise gar nicht mehr gezahlt. Im Vergleich zu anderen Formen der Vorsorge schneidet die Lebensversicherung deshalb nicht besonders gut ab.

RIESTER: Im Gegensatz zu anderen Sparformen haben Riester-Guthaben zwei entscheidende Vorteile: Sie sind nicht pfändbar. Und Riester-Fonds sind im Todesfall auf einen Riester-Vertrag des Ehegatten oder kindergeldberechtigten Kindes übertragbar. Als staatlich geförderte Altersvorsorge sind Verträge bei Banken, Investmentfonds und Versicherungen möglich. Lukrativ sind die Riester-Renten vor allem für Leute mit geringem Einkommen und vielen Kindern.

PRIVATRENTE: Diese Police, ebenfalls von Lebensversicherern angeboten, wird seit einigen Jahren immer häufiger verkauft. Es sind grundsätzlich zwei Arten zu unterscheiden.

Die aufgeschobene Leibrente: Der Kunde zahlt meist einige Jahrzehnte ein und bekommt zum Beispiel ab dem 60. oder 65. Lebensjahr eine lebenslange Rente. Ein Mindestbetrag ist garantiert, durch Überschüsse kann sich der Betrag erhöhen. Vorteil: Die Prämien können zu einem Großteil von der Steuer abgesetzt werden. Nachteil: Die Rente kann weder vererbt noch beliehen werden.

Die sofort beginnende Leibrente: Der Versicherte zahlt einmalig einen größeren Betrag und erhält dann sofort eine laufende Rente. Stirbt der Kunde kurz nach Rentenbeginn, hat er ein schlechtes Geschäft gemacht.

Goldener Lebensabend: Den Standard halten

Mit der privaten Altersvorsorge sollte grundsätzlich bereits in jungen Jahren, bestenfalls mit dem Berufsstart, begonnen werden.
Altervorsorge

Text Matthias von Arnim
Artikel aus Heft 05/2005

Vorsorge


Die gesetzliche Altersversorgung wird beim Eintritt ins Rentenalter kaum ausreichen. Machen Sie jetzt Ihre kostenlose und unverbindliche Anfrage zur Rentenversicherung.