Versicherungen kündigen - was es zu beachten gilt

Versicherungen kündigen - was es zu beachten gilt - Frist, Gründe

Zu teuer, nicht nötig, zu wenig Kulanz – es gibt viele Gründe, die Versicherung zu kündigen. Doch der Abschied ist nicht immer sinnvoll.

Eine Mitte 30 Jahre alte Frau lümmelt sich auf der Couch. Zu ihren Füßen sitzt der etwa gleichaltrige Gespons. Plötzlich meint die junge, nicht unhübsche Mutter im TV-Werbespot, gleich am Anfang ihrer Rente würde sie sich von ihm, dem Vater ihrer Kinder, scheiden lassen. Schließlich könne sie sich mit dem Geld ihres Rentenversicherers dann einen knackigen jungen Boy leisten.

Zum Schluss sitzen alle vier Familienmitglieder – Mami, Papi und die zwei Kleinen – wie die Orgelpfeifen auf der Couch und meinen, frei zitiert: Wir sind eben zu gut versichert.

In dem Werbefilm geht es um den Direktversicherer Cosmos, ein Anbieter, der gern mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis wirbt. Doch der freche Satz „zu gut versichert“ lässt – wenn auch ungewollt – die Deutung zu, dass die Menschen in Deutschland zu viel für ihren Versicherungsschutz zahlen und zudem im Schutz-Portefeuille oft auch unnötige Policen haben. Durch die Kündigung überflüssiger Verträge oder den Wechsel von teuren zu preiswerten Anbietern lassen sich mehrere Hundert Euro Beitrag im Jahr einsparen.

Alternative in der Tasche

Vorsicht: Raus aus einem Versicherungsvertrag kommt man relativ schnell, sofern die rechtlichen Vorgaben beachtet werden. „Doch wer nur zu einem günstigeren Anbieter wechseln möchte, der sollte vor der Kündigung sicherstellen, dass er anderweitig auch den erforderlichen Schutz bekommt“, warnt Jennefer Fricke von der Verbraucherorganisation „Bund der Versicherten“ (BdV).

Beispiel: Wird die private Haftpflicht-Versicherung gekündigt, sollte man zu diesem Zeitpunkt bereits die Deckungszusage eines anderen Versicherers haben. Es wäre fatal, wenn in einer schutzfreien Zeit genau der Ernstfall passieren würde, der die Existenz einer Familie gefährdet oder gar zugrunde richtet.

Soll eine private Krankenzusatzversicherung oder eine Berufsunfähigkeits-Police gekündigt werden, weil die Konkurrenz vermeintlich niedrigere Beiträge hat, kann es ebenfalls heikel werden. Grund: Die Höhe des Beitrags hängt nicht nur vom Leistungsumfang, sondern auch vom Alter und dem Gesundheitszustand des Versicherten ab.

Wer also eine seit 20 Jahren laufende Police kündigen will, wird schon um einiges älter sein. „Aufgrund der oft aufgetretenen gesundheitlichen Probleme gibt es neue Verträge bisweilen nur mit einem saftigen Risikozuschlag, oder aber der angeblich so günstige Versicherer lehnt den Antrag wegen eines zu großen Risikos völlig ab“, erläutert Jennefer Fricke vom BdV.

Gründe für die Kündigung

Raus und vorbei – um seinem Versicherer Lebewohl zu sagen, gibt es drei rechtlich akzeptierte Gründe: der normale Abschied, auch ordentliche Kündigung genannt, der Ausstieg nach einem Versicherungsschaden sowie das Ade nach einer Beitragserhöhung. Welche Fristen und sonstige Besonderheiten dabei zu beachten sind – Einzelheiten siehe „Fristen: Rechtzeitig kündigen“ im Kasten nächste Seite.


Das Formale

Wichtige Formalität: Die Kündigung eines Versicherungsvertrages sollte nie telefonisch, per Fax, via E-Mail oder mit einfachem Brief erfolgen. „Auf der sicheren Seite sind Versicherungskunden nur, wenn sie ihre Kündigung per Einschreiben, gegebenenfalls auch mit Rückschein, verschicken. Allein so lässt sich nachweisen, dass die für die Vertragskündigung vorgeschriebenen Fristen eingehalten worden sind“, empfiehlt BdV-Expertin Jennefer Fricke. Den Rat sollte zumindest jeder beherzigen, der in den letzten Tagen vor Fristende noch schnell kündigen will.


Fristen einhalten: Rechtzeitig Kündigen

Pacta sunt servanda – Verträge müssen eingehalten werden. Das wussten schon die alten Römer. Doch eine solche Nibelungentreue wird zum Ärgernis, falls sie Jahr für Jahr zu viel Geld kostet, der nötige Versicherungsschutz also mit zu hohen Beiträgen erkauft wird.

Versicherungsnehmer sollten zwischen ordentlichen Kündigungen sowie dem Abschied nach einem Schaden und einer angekündigten Beitragserhöhung unterscheiden und die dabei jeweils geltenden Fristen beachten.

Versicherungen kündigen - Berufsunfähigkeit, Rechtschutz, Lebensversicherung




Text Heint-Josef Simons
Artikel aus Heft 12/2007

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