Private Krankenversicherung mit Zusatzversicherung

Private Krankenzusatzversicherung

Private Krankenversicherer locken mit Schnäppchenpreisen bei Zusatzpolicen. Doch allzu oft sind die Leistungen entsprechend mager.

Wenn es um die eigene Gesundheit geht, knausern die Bundesbürger nicht. Der größte Teil beispielsweise der Asstel- Kunden, die eine stationäre Krankenzusatzversicherung kaufen, "schaut auf Qualität und wählt eine leistungsstärkere Tarifvariante", so Marc Sindorf, Sprecher der Asstel-Versicherung in Köln.

Gespart wird an anderer Stelle: bei der Grundabsicherung in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Hier wechseln die Mitglieder bei geringen Beitragsunterschieden – der Trend weg von den Orts- und Ersatzkassen hin zu den günstigeren Betriebskrankenkassen ist ungebrochen.

Das gewonnene Geld investieren die Bürger offensichtlich gern in einen besseren Krankenversicherungsschutz. Den versprechen gut 40 private Krankenversicherer (PKV). Vor allem eine gute Versorgung im Krankenhaus dominiert das Angebot, zu dem auch ambulante und Zahn-Ergänzungstarife, Krankentagegeld-, Krankenhaustagegeld sowie Auslandsreisekrankenversicherungen gehören.

Ist die Vorentscheidung erst gefallen, wählen die meisten die Luxusvariante – die Unterbringung im Einbettzimmer mit Chefarztbehandlung. Grund: Die bessere Unterbringung bieten die meisten Krankenhäuser nur im Paket mit Privatbehandlung an.

Seit vergangenem Jahr werden Krankenzusatzpolicen auch von der GKV angeboten. Doch die teilweise um 5 bis 10 Prozent günstigeren Tarife haben grundsätzlich einen gravierenden Nachteil: Mit der Wahl ist der Versicherte an seine gesetzliche Kasse gebunden. Wechselt er, verliert er auch den Kassenbonus und muss in einen teureren Tarif wechseln. Fazit: Wer auch in Zukunft Wert auf Entscheidungsfreiheit bei der Auswahl seiner Kasse (und entsprechend des Zusatzversicherers) legt, sucht sich den gewünschten Schutz besser selbst aus den Angeboten der Privaten Kassen zusammen. Dabei kommt es vor allem auf die Wahl des Versicherers an – denn im Gegensatz zum weitgehend standardisierten Leistungskatalog der GKV herrscht in der PKV vielfältige Leistungsindividualität vor.

An einige Besonderheiten muss sich der PKV-Neuling erst gewöhnen: So gibt es unterschiedliche Tarife – je nach Geschlecht. Darüber hinaus richtet sich der Beitrag nach dem Alter. Spätestens mit dem Eintritt in die Rente geht dann nichts mehr. Und: Der Teufel steckt im Detail, genauer gesagt im Kleingedruckten der Versicherungsbedingungen. Da trennen sich Blendwerk von seriösen Angeboten.

Beispiel Mannheimer

Diese Gesellschaft liegt beim Beitragsranking auf dem ersten Platz mit einem auf den ersten Blick unschlagbaren Beitrag von nur 7,50 Euro (Mann) im Monat – der teuerste Anbieter nimmt fast die 15-fache Prämie. Ein Mannheimer Wunder? Nein. Ein Blick in die Versicherungsbedingungen zeigt, dass der Kunde für den Sparpreis nur eine drastisch abgespeckte Leistung bekommt: Gezahlt wird nur, wenn der Krankenhausaufenthalt durch einen Unfall bedingt war.

Beispiel Universa

Auch sie lockt mit günstigem Beitrag. Bei genauem Hinsehen zeigt sich jedoch der Pferdefuß des Lockvogel-Angebots: Versicherbar sind nur Personen bis 40 Jahre – ähnliches bietet ebenfalls die Barmenia an – darüber hinaus gilt der Tarif auch noch nur für längstens fünf Jahre. Danach muss der Versicherte in einen wesentlich teureren Normaltarif wechseln.

Auch jenseits solcher Spezialitäten gehört ein Blick ins Kleingedruckte zur Pflichtlektüre jedes PKV-Aspiranten. Nur so lassen sich Leistungs-Highlights, aber auch Leistungs-Mali klar diagnostizieren. So erstatten Anbieter wie Asstel, Victoria, SDK, HanseMerkur, Hallesche Nationale, UKV Krankentransportkosten. Gesellschaften wie Concordia und LKH die Kosten stationärer Psychotherapie. Auslandschutz bieten beispielsweise Envivas (Kooperationsangebot ausschließlich über die Techniker Krankenkasse) und DBV-Winterthur. Tchibo-Kunden (Asstel) werden mit generellem Wartezeitenerlass umworben. ARAG und Barmenia sichern eine Kostenerstattung auch jenseits der GOÄ-Grenzen (Gebührenordnung der Ärzte) zu.

Allen gemeinsam: Wer eine mehr oder weniger lange Krankenvorgeschichte vorweisen kann, wird mit einem Risikozuschlag und/oder sogar -ausschlüssen belegt. Die Risikoeinschätzung kann unterschiedlich ausfallen. Deshalb empfiehlt es sich, vor Vertragsunterschrift Musteranträge bei verschiedenen Versicherern zu stellen. Diese durchlaufen die Risikoprüfung und zeigen die tatsächlich zu zahlende Prämie.

Text: Heino Georg
Artikel aus Heft 10/2005

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