Kfz-Versicherung - Leistungen vergleichen

Kfz-Versicherungen Vergleichen

Es ist ein echter Preiskampf am Markt der Autoversicherung. Doch außer dem Beitrag sollten Kunden auch die Leistungen vergleichen.

Prämien

Kräftig sparen lässt sich aber auch bei der Kfz-Police. Denn hier buhlen die Anbieter heftig um Kunden. Und ob neu oder gebraucht: Der Fahrzeugtausch ist die ideale Gelegenheit, über einen Wechsel des Versicherers nachzudenken – sonst geht das erst wieder zum Jahresende. „Wer vom teuersten zum billigsten Anbieter wechselt, kann bis zu 50 Prozent Prämie sparen“, bestätigt Karl-Heinz Reimer, Chef der FSS Online AG in Siegburg, die auf unabhängige Versicherungsvergleiche spezialisiert ist.

Pioniere

Die Allianz, mit knapp neun Millionen Policen Marktführer, hat bereits im September 2004 die Preise gesenkt. Darauf setzten auch andere Anbieter wie die HUK Coburg ihre Prämien herab. „Für alle Sparten der Kraftfahrtversicherung wird im laufenden Jahr die durchschnittliche Jahresprämie im Schnitt von 229 auf 224 Euro zurückgehen“, erwartet Edmund Schwake, Vorsitzender des Hauptausschusses Schaden- und Unfallversicherung beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft – vor zehn Jahren waren es noch rund 243 Euro.

Auch beim HDI sind die Tarife günstiger geworden. Der Geschäftsführer von HDI Direkt, Kay Müller, erwartet aber frühestens im Herbst eine neue Runde im Preiskampf (siehe Interview). Weil die Autoversicherung als idealer Türöffner gilt, um Kunden auch für andere Policen zu gewinnen, nehmen einige Versicherungsgesellschaften hier sogar Verluste in Kauf. Durch die günstigen Direktversicherer wird der Wettbewerb zusätzlich angeheizt. Zuletzt gründete Branchenprimus Allianz nach dem Vorbild von Huk24 den Internetversicherer mit niedrigeren Prämien – auch um der eigenen Vertreterschaft Druck zu machen.

Direktversicherer wie Ontos, Ineas, Cosmos Direkt, Directline und Co. haben sich längst ein Stück vom Kuchen gesichert. Mit attraktiven Tarifideen punkten sie bei den Kunden. Beispiel Ontos: Die Neusser gewähren neuerdings einen Ökonachlass für Auto- oder Erdgasfahrzeuge und Benziner, die besonders wenig verbrauchen. Ontos-Direktvertriebschef, Bernd Schmitz, warnt aber vor ausgesprochenen Billigtarifen. „Günstige Versicherungsprämien, die sich aus abgespeckten Leistungspaketen ergeben, sind nicht im Interesse der Kunden.“ Erweiterte Wildschadendeckung, Verzicht auf den Einwand grober Fahrlässigkeit, Einschluss von Schäden durch Marderbisse: Wer hier spart, kann im Ernstfall böse Überraschungen erleben.

„Regional- und Tarifklassen, Rabatte und Extraleistungen: Ingesamt ist das wirklich ein undurchsichtiger Dschungel“, sagt Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten in Henstedt-Ulzburg. Kunden sollten vor einem Wechsel immer verschiedene Angebote einholen.

Sparen kann aber auch, wer seiner Gesellschaft treu bleibt. 5 bis 10 Prozent Nachlass sind beim Umstieg auf einen neuen Vertrag möglich. Bestandskunden, die schon länger als ein Jahr bei einer Gesellschaft versichert sind, müssen aber selbst aktiv werden. Nachfragen lohnt sich.

Wenn Fahrer weniger zahlen

Die Höhe der Prämie hängt auch vom Profil des Versicherten ab. Die Versicherer ziehen Unfallstatistiken zu Rate. Beamte und Frauen mittleren Alters sind seltener in Unfälle verwickelt als junge Männer. Ihre Autos werden daher günstiger versichert. Was sonst noch zählt:

Antrag

Bei den Angaben sollte man ehrlich sein. Findet der Versicherer später (etwa bei einem Unfall) heraus, dass das Auto gar nicht in der Garage, sondern nur auf dem Parkplatz an der Straße steht, muss man nachzahlen. Mehrere Jahresbeiträge als „Vertragsstrafe“ sind möglich.

Fahrleistung

Ab 20000 Kilometer pro Jahr gelten Versicherungsnehmer als Vielfahrer – und damit als unfallträchtiger. Ein Pendler, der an 220 Arbeitstagen einen Arbeitsweg von gut 45 Kilometern zurücklegt (einfache Strecke), knackt allein dadurch schon die 20000er-Grenze – und zahlt mehr.
Alter/Standort Alte Autos sind anfälliger – und somit unsicherer. Erst recht, wenn sie auf der Straße stehen. Laternenparken kann schlimmstenfalls ein paar hundert Euro im Jahr zusätzlich kosten. Steht der Wagen in der Garage des Einfamilienhauses, ist er besser gegen Diebstahl geschützt – und fährt billiger.

Fahrer/Alter

Junge Fahrer gelten als Risiko-Zielgruppe. Hier kann es sich lohnen, das Auto über die Eltern, Großeltern oder Verwandten anzumelden und sich als Zweitfahrer eintragen zu lassen. Rentner kommen besser weg. Sie gelten als besonders vorsichtige Fahrer, genauso wie Eltern minderjäriger Kinder.

Wohnort

Wer in ländlichen Regionen wohnt, zahlt weniger als jemand, der sich jeden Tag durch den dichten Stadtverkehr schlängelt. Tipp: Wer eine Zweitwohnung auf dem Land hat, kann das Auto dort anmelden.

Text: Hans-Stefan Grosch
Artikel aus Heft 05/2006

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