Berufsunfähigkeitsversicherung - nicht unterschätzen

Berufsunfähigkeitsversicherung - nicht unterschätzen

Erwerbsunfähig werden nur die anderen? Von wegen! Wer keine Vorsorge getroffen hat, gefährdet seine und die Existenz seiner Familie.

Unverhofft kommt oft – praktisch überall und eigentlich rund um die Uhr. Da reicht schon eine kleine Unachtsamkeit an der Straßenkreuzung für einen schweren Verkehrsunfall. Da genügt ein Tritt ins Schienbein beim Bolzen im Fußballverein. Oder Ärger und Stress im Büro, den man nicht verkraftet. Eine nicht intakte Psyche ist heute der häufigste Grund für eine Erwerbsminderung.

„Mit der Rentenreform zum 1. Januar 2001 ist aber die staatliche Fürsorge bei einer Berufsunfähigkeit deutlich zurückgeschraubt worden“, erläutert Günter Reinert, Rechtsanwalt in Köln. Betroffen sind alle, die nach dem 1. Januar 1961 geboren wurden. Eingeführt wurde eine zweistufige Erwerbsminderungsrente. Wer trotz seiner gesundheitlichen Probleme noch mindestens sechs Stunden am Tag arbeiten kann, erhält kein Geld. Drei bis sechs Stunden tägliche Arbeit ergeben eine halbe und weniger als drei Stunden eine volle Erwerbsminderungsrente.

Auch Verbraucherschützer sind sich einig, dass private Berufsunfähigkeits-Policen mit zur wichtigsten eigenen Vorsorge zählen – noch vor einer privaten Altersversorgung. Grundsätzlich gilt: Die Eigenvorsorge sollte so bemessen sein, dass private BU-Police und gesetzliche Erwerbsminderungsrente zusammen in etwa genauso hoch sind wie das Nettoeinkommen.

„Allerdings ist die Berechnung der eigenen Versorgungslücke nicht ganz einfach, weil unterschiedliche berufs- oder altersspezifische Besonderheiten zu beachten sind“, erläutert Rechtsanwalt Reinert. Zum Beispiel haben Berufseinsteiger innerhalb der ersten fünf Jahre keinen Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente (EU). Bei Besser-verdienern ist die Versorgungslücke besonders groß, da die Beitragsbemessungsgrenze (BBG) in der gesetzlichen Rentenversicherung die Höhe der EU-Renten deckelt.

So viel kosten 1500 Euro garantierte Berufsunfähigkeits-Rente

Ein 30-jähriger Sachbearbeiter zahlt momentan netto zwischen 72 und 85 Euro Monatsbeitrag für eine garantierte BU-Rente von 1500 Euro monatlich.

Berufsunfaehigkeits-Versicherung Rente Kosten Auszahlung


Tipps zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Handwerker sind generell pflichtversichert. Und Beamte haben zwar ein staatliches Versorgungsnetz. Doch dieses ist alles andere als lückenlos. Wie bei Arbeitnehmern gilt eine fünfjährige Wartezeit, bevor Rentenansprüche greifen. Die maximale Versorgung wird nach 40 sogenannten ruhegehaltsfähigen Jahren erreicht.

Die Versicherer bieten die private BU-Vorsorge entweder als selbstständige Police oder aber in Kombination mit einer Risikolebensversicherung an. „Eine solche Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung ist in der Regel günstiger als zwei separate Verträge. Sie kann weniger Geld kosten als eine selbstständige BU“, erläutert Lilo Blunck vom Bund der Versicherten. Die Kombination einer BU-Vorsorge mit Kapital- oder Rentenpolicen empfiehlt sie nicht.

Begründung: Hat der Policenkunde finanzielle Probleme und kann seinen Beitrag nicht mehr zahlen, ist der Versicherungsschutz gefährdet. Der Sparanteil vom Beitrag kann in der Regel nicht verringert werden, der BU-Teil der Police nicht allein weitergeführt.

Wichtigster Tipp: „Eine BU-Police sollte möglichst früh und bei guter Gesundheit abgeschlossen werden“, rät Lilo Blunck. Dann sind die Beiträge noch recht gering. Ansonsten ist ein Blick ins Kleingedruckte der Versicherungsbedingungen ratsam, um im Ernstfall keine unliebsamen Überraschungen, zu erleben (siehe Kasten).

TIPPS

Vor Abgabe eines Versicherungsantrags sollte man sehr sorgfältig ins Kleingedruckte, also in die Einzelheiten des jeweiligen Tarifs, schauen.

Abstrakte Verweisung

Darauf sollte der Versicherer verzichten. Sonst ist eine Ablehnung der vereinbarten BU-Rente durch die „Verweisung“ auf einen anderen Beruf möglich.

Sechs-Monats-Prognose

Der Versicherer sollte eine Berufsunfähigkeit anerkennen, wenn ein Mediziner diese für voraussichtlich ein halbes Jahr prognostiziert hat.

Rückwirkung

Ist eine ärztliche Prognose über den voraussichtlichen Zeitraum der Berufsunfähigkeit nicht möglich, der Versicherte aber sechs Monate ununterbrochen berufsunfähig, sollte die Rente rückwirkend ab dem ersten Monat gezahlt werden.

Fünf-Jahres-Frist

Der BU-Versicherer sollte maximal fünf Jahre lang vom Vertrag zurücktreten können, sofern der Kunde seine „vorvertragliche Anzeigepflicht“ verletzt hat.

Versicherungsschutz

Der sollte weltweit bestehen.

Nachversicherung

Die Erhöhung des Versicherungsschutzes oder eine Verlängerung der Versicherungsdauer sollte bei bestimmten Ereignissen, zum Beispiel Heirat oder Geburt eines Kindes, ohne erneute Gesundheitsprüfung möglich sein.

Beamte

Sie sollten eine sogenannte Dienstunfähigkeitsklausel mit ihrem BU-Versicherer vereinbaren. Eine vollständige (echte) Klausel bringt den vollen Versicherungsschutz, indem darin auch Versetzung und Entlassung in den Ruhestand eindeutig geregelt sind.




Infografik zur Berufsunfähigkeit



infografik berufsunfaehigkeitsversicherung
nach oben.

Vorsorge


Die gesetzliche Altersversorgung wird beim Eintritt ins Rentenalter kaum ausreichen. Machen Sie jetzt Ihre kostenlose und unverbindliche Anfrage zur Rentenversicherung.