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09.09.2010 | 19:55
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24-Stunden-Newsticker

22:34 Uhr

Telekom-Aktionäre entlasten Ex-Aufsichtsratschef Zumwinkel vorerst nicht

KÖLN (dpa-AFX) ? Die Aktionäre der Telekom haben den ehemaligen Aufsichtsrats-Chef Klaus Zumwinkel am Donnerstag auf der Hauptversammlung der Telekom vorerst nicht entlastet. Sie verschoben die Entlastung wegen der laufenden Ermittlungen im Rahmen der Spitzelaffäre, wie von Vorstand und Aufsichtsrat vorgeschlagen, auf die kommende ordentliche Hauptversammlung im Jahr 2010. Zumwinkel war im Zuge der Affäre um die Bespitzelung von Aufsichtsräten und Journalisten ins Fadenkreuz der Bonner Staatsanwaltschaft geraten.

Die Telekom stellte inzwischen gegen ihn genau wie gegen den ehemaligen Konzernchef Kai-Uwe Ricke Schadenersatzforderungen in Höhe von einer Million. Der neue Telekom-Datenschutz-Vorstand Manfred Balz sagte auf der Hauptversammlung, die Telekom gehe davon aus, dass Zumwinkel gemeinsam mit Ricke den Auftrag zur Bespitzelung von Journalisten erteilt habe. Die Spitzelaffäre spielte allerdings auf der Aktionärsversammlung keine so große Rolle wie im Vorfeld erwartet.

HAUPTTHEMA GEWINNWARNUNG

Hauptthema war die Gewinnwarnung, mit der Telekom-Chef Rene Obermann die Anleger knapp neun Tage zuvor geschockt hatte. Dafür hagelte es Kritik und bohrende Nachfragen aus den Reihen der Aktionäre. Trotzdem sprachen die Anleger den Managern und ihren Kontrolleuren am Ende des Tages ihr Vertrauen aus.
Auch die übrigen Tagesordnungspunkte fanden die breite Unterstützung der versammelten Aktionäre. Sie stimmten der Dividende in Höhe von 0,78 Euro zu. Aktionärsschützer hatten während der Generaldebatte allerdings kritisiert, dass die Dividende nicht verdient sondern "aus der Substanz" bezahlt werde. Die Dividende der Telekom ist in diesem Jahr zum ersten Mal für inländische Aktionäre steuerfrei, weil sie vom so genannten steuerlichen Einlagenkonto bezahlt wird.

Insgesamt waren die Eigner von rund 61 Prozent des Grundkapitals auf der Aktionärsversammlung vertreten - in der Spitze wurden 6.000 Besucher der Hauptversammlung gezählt.

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