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Immobilienkredit
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Redlich tilgen |
Artikel aus Heft 04/2008
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| Jedes Jahr verkaufen Geldgeber Immobilienkredite in Milliardenhöhe an Finanzinvestoren. Betroffen sind auch untadelige Schuldner. |
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Banken und Sparkassen erhalten derzeit viel Post von Darlehensnehmern, die sich eine Immobilie gekauft haben. Die Kunden fragen beunruhigt, ob ihre Kredite vielleicht an einen Finanzinvestor verkauft wurden. Sie wollen wissen, wie sich ihr Geldgeber verhält, wenn sie einmal ihre Raten nicht bezahlen können. Droht dann eine Zwangsversteigerung?
Hintergrund der Verunsicherung: In den vergangenen fünf Jahren wurden bundes-weit Immobilienkredite in Höhe von rund 15 Milliarden Euro an etwa 70 verschiedene meist ausländische Aufkäufer übertragen. Betroffen vom Verkauf sind in erster Linie Darlehen, die nicht oder nicht regelmäßig bedient wurden.
Sogenannte sub performing loans oder non performing loans, die als notleidend gelten und bei denen der Geldgeber das Recht hat, sie vorzeitig zu kündigen. Bei einem Drittel der Kredite jedoch handelt es sich um „performing loans“. Bei ihnen fließen die Raten Monat für Monat pünktlich und vertragsgemäß. Diese guten Kredite mischen die Banken bei, um das gesamte Paket für den ausländischen Investor attraktiver zu gestalten.
Das Problem: „Finanzinvestoren sind an einer langfristigen Beziehung mit dem Kunden meist nicht interessiert“, erklärt Frank-Christian Pauli, Experte beim Verbraucherzentrale Bundesverband in Berlin.
Heißt: Läuft der Kredit aus und benötigt der Kunde eine Anschlussfi nanzierung, muss er sich nicht selten um einen neuen Geldgeber bemühen. Der Finanzinvestor teilt nicht im Voraus mit, dass er nicht gewillt ist, weitere Angebote zu unterbreiten. Viele Eigenheimer trifft die Entscheidung dann unvorbereitet. Zumal sie über den Verkauf oftmals gar nicht informiert werden.
Höchst gefährlich ist die Weitergabe des Kredits aber für Kunden, die ihre Raten nicht vertragsgemäß überweisen. Sie müssen damit rechnen, dass der Investor sofort seine Chance zur Sonderkündigung nutzt.
Kann der Eigenheimer sein Darlehen dann nicht ablösen, weil ihm das Geld fehlt, ist die Zwangsversteigerung eine schnelle Folge. „Das haben schon einige Darlehensnehmer erleben müssen,“ erklärt Pauli.
MUSTERBRIEF Der Verband IVD empfiehlt Eigenheimern, diesen Musterbrief an ihr Geldinstitut zu schreiben.
„Ich habe mich bewusst seinerzeit für Ihre Bank entschieden, da ich Ihr Institut und dessen Mitarbeiter sehr schätze. Daher ist es mir wichtig, Gewissheit zu haben, dass Sie ebenso wie ich eine langfristige Kreditbeziehung anstreben. Andernfalls müsste ich beim Auslaufen der Zinsbindung meines Darlehens darüber nachdenken, ob ich die Beziehung fortsetze. Um diese – für mich wichtige – Gewissheit zu haben, bitte ich Sie, mir schriftlich rechtsverbindlich zuzusichern: „In Abänderung des bestehenden Kreditvertrages (Nummer) garantieren wir Ihnen, dass wir Forderungen aus diesem Kredit nicht an Dritte abtreten werden.“ |
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