Es geht einfacher als gedacht. Mit einer simplen Pfandbriefstrategie schneiden Privatanleger bei der Zinsanlage besser ab als Fondsmanager.
An sich sind Rentenfonds eine feine Sache. Ein professionelles Team verfolgt stets die aktuellen Entwicklungen an den Finanzmärkten und der Anleger braucht sich um nichts zu kümmern.
Doch die Sache hat einen Haken. Laut Auskunft des Brachenverbands BVI legten Euro-Rentenfonds auf Jahressicht im Schnitt gerade mal um 1,8 Prozent zu. In den vergangenen drei Jahren kassierten Anleger sogar nur eine Rendite von mageren 1,6 Prozent per annum.
Grund der Misere: Die meisten Euro-Rentenfonds legen das eingesammelte Kapital fast ausschließlich in Anleihen von Emittenten mit exzellenter Bonität an. Der prinzipielle Vorteil von Fonds – das Risiko auf mehrere Schultern zu verteilen – geht dabei verloren.
„Wo kein Risiko vorhanden ist, kann auch keines gestreut werden“, erklärt Dirk Chlench, Rentenanalyst der LBBW. Die Alternative für Privatanleger: Anstatt Rentenfonds zu kaufen, die ausschließlich in sichere Papiere investieren, stellen sie ihr Rentendepot in Eigenregie zusammen. (siehe Kasten unten).
Über die Jahre hinweg sichert sich der Anleger so den marktüblichen Durchschnittszins. Doch die Strategie hat weitere Vorteile: Durch diese rollierende Anlage erzielen Anleger stets laufende Erträge. Neben dem Nominalbetrag, der Jahr für Jahr ausgezahlt wird, fließen dem Anleger regelmäßige Zinszahlungen zu. Zudem ist die rollierende Pfandbriefstrategie einfach zu managen.
Dass sich dieses Modell lohnt, belegt Experte Chlench, der exklusiv für GELDidee nachgerechnet hat: Anleger, die dieser Strategie in den vergangenen fünf Jahren gefolgt wären, hätten eine jährliche Rendite von 2,83 Prozent erzielt. Auch auf Drei-Jahres-Sicht fällt das Ergebnis mit einer jährlichen Rendite von 2,59 Prozent deutlich besser aus als bei Rentenfonds.
ROLLIERENDE ZINSSTRATEGIE
Die Performance der größten Euro-Rentenfonds enttäuscht auf der ganzen Linie. Statt das Ersparte einem „professionellen“ Team anzuvertrauen, sollten Anleger selber aktiv werden. 2005 Ein Anleger hat 30000 Euro zur Verfügung. Diese Summe investiert er in drei Pfandbriefe mit ein-, zwei- und dreijähriger Laufzeit. In jedes dieser Papiere fließen 10000 Euro. 2006 Der Pfandbrief mit einjähriger Laufzeit wird fällig. Neben dem Nominalbetrag kassiert der Sparer nun Zinszahlungen von allen drei Papieren. Diese Summe legt er nun in einen neuen Pfandbrief mit einer Restlaufzeit von drei Jahren an.
2007 Die rollierende Pfandbriefstrategie geht in die nächste Runde. Erneut läuft ein Papier aus. Der Sparer kassiert wieder den Nominalbetrag sowie die drei Kuponzahlungen. Diese Summe wird wiederum in einen dreijährigen Pfandbrief investiert. Unter dem Strich hätte der Sparer eine jährliche Rendite von 2,83 Prozent eingefahren. Aus den 30000 Euro wären 34812 Euro geworden.
2008 Anleger finden unter www.boerse-stuttgart.de zahlreiche Pfandbriefe mit ein-, zwei- und dreijähriger Laufzeit.